Zwei Jahre Haft für junge Einbrecher. Drei Einbruchsdiebstähle in zwei Tagen verübten ein 20-Jähriger und ein 19-Jähriger in Niederösterreich. Sie wurden auf frischer Tat ertappt und bekommen 16 Monate auf Bewährung.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 08. Januar 2021 (20:21)
Symbolbild
Shutterstock.com / sakhorn

Ein Böheimkirchner Ehepaar bricht seinen Urlaub im August sofort ab, als die Söhne abends von zuhause anrufen: Die Terrassentür ist aufgebrochen. Bargeld, Ringe und eine Goldmünze sind weg, das Haus ist durchwühlt. Auch eine Hainfeldner Pensionistin bekommt einen Anruf von einer Nachbarin. Das Küchenfenster ist aufgebrochen und ihr gesamter Schmuck ist weg. Doch als die Frau zuhause ankommt, hat die Polizei die beiden Einbrecher bereits verhaftet und den Schmuck sichergestellt.

Die beiden Brüder, 20 und 19 Jahre alt sitzen jetzt vor dem Richter. Beide sind französische Staatsbürger und gingen bisher Gelegenheitsjobs nach, bis zu den Einbrüchen waren sie unbescholten. Sie sind geständig.

„Wir sind nach Wien gefahren, um von einer Tante Geld zu erbitten. Sie wollte uns aber keines geben. Weil wir zurück nach Frankreich wollten uns aber kein Ticket leisten konnten, haben wir das gemacht“, erklärt der ältere Bruder den Grund für die Einbrüche. Einen bestimmten Plan habe es nicht gegeben. Zuerst waren sie mit Bus und Zug unterwegs. Nach dem ersten Einbruch (durchgeführt mit einem Schraubenzieher) nahmen sie sich ein Leihauto und stiegen in Innermanzing (Bezirk St. Pölten) in ein weiteres Einfamilienhaus ein. Beute gemacht haben sie dort allerdings nicht, sie hätten nichts gefunden und seien deshalb wieder gegangen, sagt der Erstangeklagte. Beim dritten Einbruch in Hainfeld hatte ein Nachbar die beiden gesehen und die Polizei verständigt.

Keine Gewerbsmäßigkeit

Der Staatsanwalt hält die Geschichte der beiden Angeklagten für „höchst unglaubwürdig“. Aus Geldnot gehandelt zu haben nimmt er ihnen nicht ab. Sie hätten sich schließlich ein Hotelzimmer und ein Leihauto geleistet, anstatt gleich nach Frankreich zurückzufahren, sagt er. Den beiden wird außerdem Gewerbsmäßigkeit vorgeworfen, dagegen stellen sich aber die beiden Verteidigerinnen. Die Angeklagten wollten weder eine bestimmte Summe erbeuten noch waren sie über einen längeren Zeitraum tätig, sondern nur auf der Durchreise. Die Brüder haben das letzte Wort und entschuldigen sich für ihre Taten.

Die Strafdrohung lautet fünf Jahre, mildernd ist, dass beide noch unter das Jugendgerichtsgesetz fallen. Der Richter verurteilt sie zu zwei Jahre Haft, 16 Monate davon bedingt mit einer dreijährigen Probezeit. Sie gehen also für acht Monate ins Gefängnis. Im Zweifel für die Angeklagten spricht er sie vom Vorwurf der Gewerbsmäßigkeit frei. Das Urteil sei eine „Warnung“ so der Richter. Es ist nicht rechtskräftig.