Drohnen als Hilfe für die Bergrettung. Unterstützung für Einsatz- und Rettungskräfte könnte aus der Luft kommen.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 09. April 2019 (11:00)
Hacker-Walton
Martin Gurdet, Geschäftsführer der Bergrettung, und Schiebel-Geschäftsführer Hannes Hecher mit einem Camcopter S-100.

Niederösterreichs Bergretter könnten bald Unterstützung aus der Luft erhalten: von unbemannten Drohnen, wie sie etwa Schiebel in Wr. Neustadt herstellt.

Martin Gurdet, Geschäftsführer der Bergrettung, und Schiebel-Geschäftsführer Hannes Hecher skizzierten vergangene Woche am Schiebel-Standort in Wiener Neustadt, wie die unbemannten Flugobjekte die Bergretter unterstützen könnten: Bei der Suche nach Vermissten etwa – vor allem, wenn der Standort nicht genau bekannt ist – könnten die Schiebel-Camcopter wertvolle Zeit und den Bergrettern lange und gefährliche Einsätze sparen. Gurdet schilderte als Beispiel einen Einsatz am Schneeberg, bei dem die Bergrettung vom frühen Abend bis in die Nacht mit rund 50 Helfern unterwegs war – bis man den Vermissten unweit eines Forstweges fand. „Unterstützt durch eine Drohne hätten wir den Mann vermutlich nach drei Stunden mit drei Helfern bergen können“, sagte Gurdet.

Schiebels Camcopter sind international schon seit Jahren unter anderem für die OSZE im Rahmen der Überprüfung des Waffenstillstandes in der Ukraine im Einsatz, ebenso bei der Suche nach Flüchtlingsbooten im Mittelmeer. Nun wolle Schiebel auch verstärkt die Krisen- und Katastrophenhilfe in Österreich unterstützen, sagte Geschäftsführer Hannes Hecher. Die Drohnen könnten neben der Bergrettung auch die Feuerwehr oder die Polizei bei ihren Einsätzen unterstützen.

Bürokratische Hürden für die Drohnen

Ein Thema dabei sind laut Hecher neben der Frage der Finanzierung die bürokratischen Hürden, die es für den unbemannten Flugverkehr in Österreich gibt: „Es ist gut, dass es Hürden wie die Fluggenehmigungen gibt, denn Sicherheit ist das oberste Gebot“, sagte Hecher.

Gesteuert werden die Drohnen vom Boden aus. Sie haben eine Reichweite von rund 200 Kilometern und können mehrere Stunden in der Luft sein. Per Lkw können sie rasch zu ihren Einsatzorten transportiert werden, „dort sind wir dann in 20 Minuten einsatzbereit“, sagte Hecher. Er geht davon aus, dass ein Drohnen-System (Kosten im einstelligen unteren Millionenbereich“) ausreichen würde, um Einsatzkräfte in ganz Niederösterreich zu unterstützen.

Wie so ein Flug aus Sicht der Drohne aussieht, seht ihr hier im Video: