Effiziente Opfer-Hilfe. Seit 40 Jahren setzt sich die Organisation Weißer Ring für die Rechte von Verbrechensopfern ein und begleitet Betroffene.

Von Beate Steiner. Erstellt am 16. Oktober 2018 (02:01)
Beate Steiner
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister informierte sich bei Wolfgang Haupt über die Leistungen des Weißen Rings.

„Aktenzeichen XY ... ungelöst“ hatte einen Anstoß gegeben. In dieser Fernsehsendung wurden ungelöste Kriminalfälle erstmals aus Sicht der Opfer erzählt – ungewöhnlich für die Justiz Ende der 1970er-Jahre. Heute werden Opfer von Straftaten als Beteiligte am Strafverfahren mit eigenen Rechten anerkannt. Den Perspektivenwechsel vom Täter zum Opfer hat der „Weiße Ring“, gegründet vom ehemaligen Richter Udo Jesionek, intensiv begleitet.

Seit 40 Jahren unterstützt die Opferschutzorganisation nun schon Opfer von Gewaltdelikten und Hinterbliebene in ganz Österreich, seit Kurzem auch vom niederösterreichischen Büro in St. Pölten. Dort informierten im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten Landesleiter Wolfgang Haupt und Landesstellenleiterin Sigrid Fritz Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister über die Leistungen des Weißen Rings.

„Wir sind zentrale Anlaufstelle für Opfer krimineller Handlungen.“
Wolfgang Haupt, Weißer Ring, Landesleiter NÖ

Die Organisation ist Ansprechpartner für Opfer von Straftaten. „Wir helfen rasch, unbürokratisch und kostenlos“, erklärt Sigrid Fritz. Sie versorgt die Verbrechensopfer mit Informationen über die Leistungen, die ihnen zustehen, und Schadenersatzansprüche, die sie haben.

Dazu gehören neben finanzieller Unterstützung auch psychologische Hilfe und kostenlose Prozessbegleitung: „Wenn Opfer als Zeugen bei einem Prozess geladen sind, lassen wir diese nicht alleine“, so Fritz, „wir stellen einen Anwalt bei.“ Die Landesstellenleiterin bedauert, dass sich viele Opfer erst zu spät melden, denn „die Ansprüche verjähren nach zwei Jahren“.

Erreichbar ist der Weiße Ring rund um die Uhr unter der Notrufnummer 0800 112 112. „Wir sind zentrale Anlaufstelle für alle Opfer krimineller Handlungen und vermitteln an andere Gewaltschutzeinrichtungen weiter“, so Landesleiter Wolfgang Haupt.