Ein Puffer zwischen Familie und Gericht. Familiengerichtshilfe / Mit 1. Juli startet an 12 Standorten in Österreich die Familiengerichtshilfe, die bei Trennungen Konflikte abfedert.

Erstellt am 01. Juli 2013 (10:00)
Von Eva Hinterer

Wer schenkt dem Kind was zu Weihnachten? Und wie wird die Übergabe bewerkstelligt, ohne dass Mutter und Vater sich treffen müssen?

Mit Fragen wie diesen müssen sich in Scheidungsverfahren bisher die Familienrichter auseinandersetzen. Was oft dazu führt, dass Trennungsverfahren lange dauern. Und das ist für alle Beteiligten extrem belastend. Daher wurde im Zuge des neuen Familienrechts die Familiengerichtshilfe eingeführt. Ihre Mitarbeiter sind Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen, die als Puffer zwischen dem Gericht und den Trennungsfamilien fungieren. Sie kümmern sich um soziale und emotionale Probleme, die eine Trennung mit sich bringt, und versuchen diese im Rahmen eines „Clearings“ einer Lösung zuzuführen.

Seit Februar 2012 vier Pilotprojekte im Laufen

Damit sollen die Richter entlastet werden, die sich dann wieder den juristischen Aufgaben widmen können. Mit Unterstützung der Familiengerichtshilfe werden Verfahren also nicht nur beschleunigt, sie laufen auch überwiegend friedlicher ab. Das weiß man deshalb, weil seit Februar 2012 an vier Gerichts-Standorten in Österreich ein Pilotprojekt durchgeführt wurde.

Eines dieser Gerichte ist Amstetten. Bei einem Drittel der schwierigen Trennungen konnte im Probejahr eine Einigung erzielt werden, mache Fälle ließen sich sogar außergerichtlich regeln, so Justizministerin Beatrix Karl. Sie präsentierte am vergangenen Freitag die ersten 100 Familiengerichtshelferinnen – es sind fast ausschließlich Frauen. Per 1. Juli geht der Probe- jetzt in einen Regelbetrieb über, die Familiengerichtshelferinnen tun jetzt Dienst an zwölf Standorten. In NÖ gibt es das Angebot jetzt neben Amstetten auch an den Bezirksgerichten St. Pölten und Wiener Neustadt.

In einer weiteren Ausbaustufe soll es ab Juli 2014 knapp 200 Familiengerichtshelfer an 25 Standorten geben. In NÖ werden dann auch die Gerichte in Krems und Korneuburg mit Helfern versorgt werden.