Die Bombenentsorger des Landes. Drei- bis viermal täglich rücken Experten des Entminungsdienstes in Österreich aus, um Kriegsrelikte zu bergen.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 07. April 2021 (03:23)
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wolfgang Korner, Leiter des Entminungsdienstes, auf einem Gelände der Einheit im südlichen NÖ.
BH/G. Pusch, BH/G. Pusch

Es sieht einfach aus: Mit der Rohrzange demontiert ein Soldat des Entminungsdienstes Kopf- und Heckzünder einer 250-Kilo-Fliegerbombe, damit ist die entschärft. „Jetzt kann ich sie mit dem Auto abtransportieren“, sagt der Experte.

Ohne Zünder kann die Bombe mangels Energie nicht detonieren. „Das ist, als würden sie versuchen, ein Brikett mit einem Feuerzeug zu entzünden“, erklärt der Experte.

Im Schnitt rücken die insgesamt 15 Mitarbeiter des Entminungsdienstes täglich mehrmals aus. Schätzungen dazu, wie viel Kriegsrelikte noch im Boden liegt, gebe es keine, sagt Leiter Wolfgang Korner – man könne das seriös nicht beurteilen.

In der Rossauer Kaserne in Wien, dem Stützpunkt des Entminungsdienstes, sitzen permanent zwei Mann auf Abruf. Wer ein Kriegsrelikt findet, soll umgehend die Polizei verständigen – und nichts mitnehmen, das ist nicht nur brandgefährlich, sondern auch strafbar.