Erste Entspannung in Überschwemmungsgebieten. Während in Westösterreich bereits die Aufräumarbeiten auf Hochtouren laufen, hat sich die Hochwasserlage in Niederösterreich am Donnerstag leicht entspannt. Kritisch war nur der Bereich an der Donau östlich von Wien.

Erstellt am 06. Juni 2013 (14:27)
NOEN, HELMUT FOHRINGER (APA)
APA13096054 - 06062013 - MELK - …STERREICH: Einsatzkräfte der Feuerwehr am Donnerstag, 6. Juni 2013, bei Aufräumungs- und Säuberungsarbeiten in Melk. APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER
Die kritischen Hochwasserschutzeinrichtungen in Niederösterreich waren nicht gebrochen. Der Damm am Kremsfluss in Theiß, wo nicht nur 600 Tonnen Schotter, sondern auch 1.000 Tonnen Sand aufgebracht wurden, hielt ebenso wie jener in Stopfenreuth (Bezirk Gänserndorf), der durch Sandsäcke erhöht wurde.

Stabile Lage in Bruck - Bahnhof war bedroht

Unverändert und stabil war die Lage auch in Hainburg an der Donau (Bezirk Bruck an der Leitha), wo das Augenmerk u.a. dem vom Hochwasser bedrohten Bahnhof galt. In Niederösterreich standen bisher 14.200 Kräfte von 1.093 Feuerwehren mit 3.214 Fahrzeugen im Hochwassereinsatz. Dazu zählten auch 32 Züge des Katastrophenhilfsdienstes.

Krems: Aufräumarbeiten angelaufen

In Krems hatte man unterdessen mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die B3 im Stadtgebiet und die B35 (Ringstraße) sollten im Laufe des Tages wieder freigegeben werden, so das Rathaus. Dennoch wurde geraten, von zusätzlichen Fahrten nach Stein Abstand zu nehmen, damit alle notwendigen Abbauarbeiten reibungslos verlaufen können.

Aufatmen konnte auch die Bundeshauptstadt. Laut Wiener Gewässerabteilung wurde der Pegel stetig niedriger. Die Häfen Lobau und Albern waren zwar weiter überschwemmt, aber auch hier ging das Wasser zurück. Der Höhepunkt in Wien wurde in der Nacht auf Donnerstag erreicht: Um Mitternacht lag der Donau-Pegel Korneuburg noch bei einem Rekordniveau von 8,09 Meter, was eine Durchflussmenge von rund 11.000 Kubikmeter pro Sekunde bedeutete.

Viele Hilfsbereite, Diskussionen in der Politik

Bei den Aufräumarbeiten zeigten sich die Österreicher solidarisch. Im oberösterreichischen Bezirk Urfahr-Umgebung hat der Ansturm von Freiwilligen sogar zu Verkehrsproblemen geführt. Die Polizei musste die Straße zur Gemeinde Goldwörth, die von der Flut besonders arg worden ist, abriegeln. Die Hilfe müsse koordiniert ablaufen, appellierten LH Josef Pühringer und der zuständige Landesrat Max Hiegelsberger (beide V), sich über das "Team Österreich" anzumelden.

Der Einsatz von Freiwilligen löste auch in der Politik Diskussion aus. Die Regierung will nun die finanzielle Abgeltung für freiwillige Helfer im Katastropheneinsatz auf breiter Basis diskutieren. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) kündigte einen "Gipfel" für kommenden Dienstag an.

Dort will sie mit Einsatzorganisationen, Bundesländern und den zuständigen Ministerien über eine "Gesamtlösung für freiwillige Hilfskräfte" sprechen. Zuletzt war anlässlich der Hochwasserkatastrophe wiederholt der Ruf nach einer Entgeltfortzahlung für die Helfer laut geworden.