Ex-Ultras-Chef nicht mehr in Rapid-Kommission. Im Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen von Rapid-Fans am Wiener Westbahnhof vom 21. Mai 2009 sind am Dienstag 22 Urteile des Straflandesgerichts bestätigt worden. Ex-Ultras-Chef Oliver P. muss demnach 14 Monate ins Gefängnis. Rapid-Präsident Rudolf Edlinger erklärte danach, dass für den nunmehr Verurteilten Ex-Ultras-Chef kein Platz mehr in der Reformkommission des Clubs sein werde.

Erstellt am 18. Juni 2013 (17:26)

Für die Rädelsführer - neben Oliver P. fasste ein zweiter Anführer zehn Monate unbedingt aus - bedürfe es des Vollzugs der Freiheitsstrafen, hielt der vorsitzende Richter Werner Röggla fest. Die restlichen Männer kassierten Strafen zwischen elf Wochen auf Bewährung und neun Monaten teilbedingt.

Vor der rechtskräftigen Verurteilung war der 30-jährige Oliver P. vom SK Rapid in eine Reformkommission berufen worden. Sein Verteidiger Marcus Januschke legte im Justizpalast ein Schreiben vor, demzufolge er von Edlinger persönlich in diese Funktion gehoben wurde.

Die 14 Personen umfassende Kommission, der neben Edlinger auch Ex-Präsident Günter Kaltenbrunner und der ehemalige Trainer und Sportdirektor Ernst Dokupil angehören, soll Vorschläge erarbeiten, "wie die Struktur und damit verbunden auch die Satzung des Rekordmeisters so verändert werden kann, dass der SK Rapid den Ansprüchen der nächsten Jahrzehnte gerecht werden kann", wie auf der Homepage des Vereins nachzulesen ist.

Wie der Club erläuterte, sei Oliver P. als von der "aktiven Fanszene" nominiertes Mitglied in die Reformkommission geholt worden, man habe von Vereinsseite keine Ausgrenzungspolitik betreiben wollen. "Im Falle der aktiven Fanszene wurde der ehemalige Ultras-Capo Oliver P. vorgeschlagen, und so wie bei allen anderen nominierten Personen folgte die Einberufung von ihm in diese Reformkommission persönlich durch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger", hieß es.