Exotische Tiere als Mitbewohner. Schlangen, Geckos und Co. sind angewiesen auf Besitzer mit viel Wissen und Zeit.

Von Verena Huber. Erstellt am 20. Juli 2021 (08:46)
440_0008_8129122_bartagamenpaar_c_genau_g_schaut.jpg
Das Bartagamen-Paar ruht auf Baustämmen, die Art stammt aus Australien.
genau.g‘schaut/ Lizard-Lounge, genau.g‘schaut/ Lizard-Lounge

Der Fall eines Grazers, der am WC von einer Schlange gebissen wurde, rückte exotische Tiere in den Fokus. Manche Menschen sind von ihnen fasziniert, andere verspüren bereits beim Anblick von Spinnen, Schlangen und Co. Angst oder Ekel. Bei ihrer Haltung gibt es jedenfalls einiges zu beachten.

In NÖ dürfen nicht alle Tiere in den eigenen vier Wänden gehalten werden, besagt die Verordnung über gefährliche Wildtiere. Auf der Liste stehen unter anderem Spinnenarten wie die Schwarze Witwe und Schlangen wie Giftnattern oder Vipern. Melden muss man jeden Exoten bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat in den Statutarstädten– wirkt dieser noch so harmlos. Ein Amtstierarzt kontrolliert dann, ob die Haltung den Vorschriften entspricht. Also ob genug Platz vorhanden ist und die Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit artgerecht sind.

"Auf jedes gemeldete Tier kommt ein Nicht-gemeldetes“

Tausendfüßler seien pflegeleichter als Hunde oder Katzen, erklärt Christopher Siegl von der Zucht Lizard-Lounge. In der Regel stehe der Züchter aus dem Bezirk Zwettl vorab in Kontakt mit den Käufern. „Wir arbeiten gemeinsam daran, das künftige Zuhause für die Tiere zu optimieren“, sagt Siegl. Zehn bis 30 Exoten werden jährlich im Tierheim St. Pölten vorübergehend aufgenommen. Sie werden ausgesetzt, abgegeben oder gemeldet, weiß Leiter Davor Stojanovic. Darunter seien immer wieder verbotene Tiere. „Auf jedes gemeldete Tier kommt ein Nicht-gemeldetes“, schätzt der Tierheimleiter die Dunkelziffer.

Für die Haltung von Reptilien, Amphibien und Wirbellosen braucht es neben Know-how viel Zeit, weiß Siegl. Der ausgebildete Zoofachhändler kümmert sich täglich zehn Stunden um seine breite Tierpalette von Schlangen, Bartagamen, Chamäleons bis über hunderte Skorpione und Millionen Ameisen. „Es schlüpft täglich etwas“, sagt der seit Jänner hauptberufliche Züchter. Seine ersten Exoten, zwei Leopardgeckos, schaffte er sich 2005 an: „Damit wuchs meine Passion für die fremde Tierwelt“. Die beiden Geckos leben, wie die anderen Tiere, in Terrarienräumen bzw. in einem eigenen Haus.

Zum Schutz von Tier und Mensch solle man sich vorab informieren: Um welches Tier handelt es sich? Wie sieht der natürliche Lebensraum aus? Können diese Fragen nicht beantworten werden, dann sollte man sich kein exotisches Tier anschaffen, sind sich Tierheimleiter und Züchter einig.