Teppichbetrüger ergaunerten mindestens 700.000 Euro. Durch Betrügereien mit Teppichen in mehreren Bundesländern sollen Kriminelle seit Dezember 2015 mindestens 700.000 Euro ergaunert haben. Bisher sind 150 Opfer bekannt. Die Ermittler gehen von zahlreichen weiteren Geschädigten aus, sie wurden ersucht, sich zu melden. Das Trio - zwei Franzosen und ein Österreicher - ist flüchtig. Die Polizei erbat Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort.

Von APA Red. Erstellt am 18. Juni 2018 (11:56)
LPD NÖ
Manuel C. (56), Alfred C. (26) sowie Peter R.

Die Männer sollen laut Polizei überhöhte Preise - das bis zu Tausendfache - für Reinigung bzw. Reparatur verlangt haben. Die drei Männer werden mit europäischen Haftbefehlen gesucht. Am Montag wurden erneut im Auftrag der Staatsanwaltschaft Klagenfurt Fahndungsfotos veröffentlicht. Bei den Verdächtigen handelt es sich um die Franzosen Manuel C. (56) und seinen Sohn Alfred C. (26) sowie um den 48-jährigen Wiener Peter R., den die beiden als Träger und Hilfskraft einsetzten.

Die beiden Franzosen schalteten nach Angaben der Landespolizeidirektion Niederösterreich Werbung in Tageszeitungen, um an Kunden zu kommen. Die Gesuchten sollen überwiegend in der Steiermark, in Kärnten, Tirol, Wien und Niederösterreich - mit weltmännischem und vorgetäuschtem fachkundigen Auftreten als Unternehmer der Reinigungsfirma A.C. - aktiv gewesen sein. Die Betrüger fuhren zu den späteren Opfern, schätzten deren Orientteppiche auf einen überhöhten Wert und verlangten in Folge Wucherpreise für die Reinigung bzw. Reparatur.

Über 250 orientalische Teppiche sichergestellt

Wurden die Kunden misstrauisch oder waren ihnen die Summen zu hoch, gaben die Verdächtigen laut Polizei vor, dass sie einen oder mehrere Teppiche verkaufen würden. Dabei wurden laut Aussendung einige veruntreut. In zahlreichen Fällen sollen die Verdächtigen auch Teppiche weiterverkauft haben, statt sie zu reinigen bzw. zu reparieren.

Bei Hausdurchsuchungen an den beiden Firmenadressen in Wien-Margareten und Lienz (Osttirol) sowie im Zuge von Erhebungen bei Reinigungsunternehmen wurden mehr als 250 orientalische Teppiche sichergestellt. Veröffentlicht wurden einige davon auf der Website des Innenministeriums (www.bmi.gv.at/fahndung/ unter "Sichergestellte Gegenstände").

Geschädigte wurden ersucht, sich bei der Polizeiinspektion Melk (Tel. 059133-3130) zu melden. Hinweise zum Aufenthaltsort der Verdächtigen wurden ebenfalls an diese oder jede andere Dienststelle erbeten.