Fall Kührer - Beschwerde über Enthaftung eingebracht. Wie angekündigt hat die Staatsanwaltschaft Korneuburg am Freitag eine Beschwerde gegen die Enthaftung des verdächtigen Michael K. (50) aus Wien im Kriminalfall Julia Kührer eingebracht.

Erstellt am 15. Juli 2011 (20:06)
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Das Oberlandesgericht Wien müsse nun über den Einspruch entscheiden, so Karl Schober, Leiter der Anklagebehörde.

Der Beschluss über die U-Haft werde aber erst "in einigen Wochen" erwartet, erklärte Schober. Die Entscheidung werde in einer nicht öffentlichen Sitzung fallen. Die genaue Begründung für die Beschwerde ließ er offen: Die Staatsanwaltschaft halte Michael K. nach wie vor für "dringend tatverdächtig" und habe dies in der Beschwerde auch entsprechend begründet, hieß es nur.

Der 50-Jährige war nach dem Fund des Skeletts des seit fünf Jahren vermissten Mädchens auf seinem Grundstück Dietmannsdorf 3 in der Gemeinde Zellerndorf (Bezirk Hollabrunn) vor zwei Wochen festgenommen worden, musste aber zwei Tage später nach der Ablehnung einer U-Haft durch einen Haftrichter - der Tatverdacht war ihm nicht dringend genug - wieder freigelassen werden. Seither beteuerte er in zahlreichen Medien seine Unschuld.

Die Arbeit der Tatortgruppen des Bundes und Landeskriminalamts werde auch an diesem Wochenende fortgesetzt, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft. Auch die Untersuchungen der Gerichtsmedizin zur Todesursache dauerten weiter an. Wann hier konkrete Ergebnisse zu erwarten seien, ließ sich aber noch nicht sagen.

Die damals 16-jährige Julia Kührer aus Pulkau im Bezirk Hollabrunn verschwand am 27. Juni 2006. Heute vor zwei Wochen, am Abend des 30. Juni 2011, entdeckten Nachbarn - durch Zufall, wie es hieß - das Skelett des Mädchens in einem Erdkeller auf dem Grundstück Dietmannsdorf 3. Auch Überreste von Schulbüchern und einer blauen Decke wurden gefunden. Zahnanalysen und DNA-Tests bestätigten die Identität der Leiche, Untersuchungsergebnisse zur Todesursache stehen noch aus.