Feriendauer wieder einmal in Diskussion. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien hat in Österreich auch die Diskussion über deren Dauer begonnen. Geändert hat sich allerdings in all den Jahren nur wenig. Zu unterschiedlich sind die Positionen.

Erstellt am 15. Juli 2011 (15:38)

Nicht einmal innerhalb der Bundesländer, der Elternvertretungen oder der Lehrergewerkschaften gibt es eine einheitliche Meinung. Unterrichtsministerin Schmied (SPÖ) hält sich aus der Debatte heraus.

Aus dem Büro der Ministerin hieß es nur, man habe bereits Ende 2009 die Schulpartner aufgefordert, Vorschläge zu machen. Bildungsexperten haben in den vergangenen Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass in den neun Wochen im Sommer viel des unter dem Schuljahr Gelernten verloren gehe. Gleichzeitig gebe es im Herbst wenig Möglichkeiten zur Erholung.

Dass die verschiedenen Akteure bei der Reform der Sommerferien auf keinen grünen Zweig kommen, hat u.a. mit den verschiedenen Interessenslagen zu tun: So plädieren die Elternvertreter an den Pflichtschulen wegen der Probleme bei der Kinderbetreuung für eine Verkürzung der Sommerferien um eine Woche und generell eine bessere Verteilung von Unterrichts- und Ferienzeit.

Die Elternvertreter für die AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) sehen die Idee indes kritisch. Es sei egal, ob Eltern für sechs oder neun Wochen eine Betreuung organisieren müssten. An den BHS seien die langen Ferien zudem wegen der Pflichtpraktika wichtig.

In der Lehrergewerkschaft wird das Thema "je nach Schultyp differenziert gesehen", meint Pflichtschullehrervertreter Paul Kimberger. Er selbst sieht die Sache sehr pragmatisch: "Ich bin für eine neue Regelung, wenn sie nach pädagogisch und organisatorisch nachvollziehbaren Regeln erfolgt und für Schüler, Eltern und Lehrer eine Verbesserung bringt." Der Vorsitzende der Bundesschülervertretung, Philipp Pinter von der VP-nahen Schülerunion, hat sich im Ö1-Mittagsjournal generell für kürzere Sommerferien und dafür eine Woche Pause im Herbst ausgesprochen.