Mehr als 40 Sturm-Einsätze im Mostviertel. Im Mostviertel hat die Feuerwehr in Niederösterreich am Freitag bereits in den Morgenstunden mehr als 40 sturmbedingte Einsätze gezählt.

Von APA, Redaktion und Claudia Christ. Update am 28. Februar 2020 (09:31)
Zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in den Morgenstunden
APA

Bäume lagen auf Straßen, in Zeillern im Bezirk Amstetten fing ein Stromverteiler Feuer und setzte Bäume in Brand. Um 1.00 Uhr sei der Sturm losgegangen, teilte Philipp Gutlederer vom Bezirkskommando Amstetten mit.

Der Bezirk Scheibbs ist vergleichsweise glimpflich davongekommen. „Es gab nur vereinzelt Einsätze aufgrund von Sturmschäden und umgefallenen Bäumen, die eine Straße blockierten“, berichtet FF-Bezirkskommandant Franz Spendlhofer. Fünf Feuerwehren waren in den Gemeinden Randegg, Gaming, St. Anton/Jeßnitz , Wieselburg Stadt und Land sowie Gresten-Land im Einsatz.

Auch die FF Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) rückte in der Nacht aus. An einem Mehrparteienhaus in der Südstadt wurde ein loses Blechteil entfernt, das vom Dach hing.

FF Maria Enzersdorf musste loses Blechteil, das gegen die Außenwand eines Mehrparteienwohnhauses in der Dobrastraße schlug, mit einem Trennschleifer abschneiden.
FF Maria Enzersdorf, www.ff-mariaenzersdorf.at

In Deutschland ist ein Reisebus aus Kroatien auf der schneeglatten Bundesstraße 10 bei der Stadt Ulm (Baden-Württemberg) von einer Windböe erfasst worden und umgekippt. Acht Menschen seien bei dem Unfall bei Tomerdingen am späten Donnerstagabend verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der 48-jährige Fahrer und eine 53 Jahre alte Passagierin erlitten schwere Verletzungen.

Schäden auch in Tirol, Salzburg und Oberösterreich

Über Salzburg fegte "Bianca" mit Windböen von 120 km/h. Bis in die Morgenstunden mussten vor allem umgestürzte Bäume von Straßen, Autos und Häusern entfernt werden. Im Salzburger Stadtteil Parsch wurde das Dach eines Hauses bereits zum dritten Mal beschädigt.

Die stärksten Sturmgeschwindigkeiten wurden naturgemäß auf den Bergen registriert: Auf dem Feuerkogel bei Ebensee in Oberösterreich erreichte "Bianca" bis zu 163 km/h, auf dem Patscherkofel bei Innsbruck knapp 149 Stundenkilometer, teilte die ZAMG mit. Aber auch in den Niederungen wurden Böen über 110 km/h gemessen, etwa in Tannheim in Tirol mit knapp 116 oder im oberösterreichischen Vöcklabruck mit 112 Stundenkilometer. Am Flughafen Salzburg erreichten die Spitzen 104 km/h.

"Verletzt wurde niemand. Es gab auch keine größeren Schäden", sagte ein Sprecher des Salzburger Landesfeuerwehrverbandes. Die Haupttätigkeit der Einsatzkräfte war das Entfernen von umgestürzten Bäumen, die Verkehrswege blockiert hatten. Auch die Salzburger Lokalbahn im Flachgau war kurzzeitig lahmgelegt, weil Bäume auf die Oberleitung gestürzt waren.

Auch im angrenzenden Bayern kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Bahnstrecke Rosenheim - Salzburg musste auf Höhe Prien gegen 21.50 Uhr wegen eines auf die Oberleitung gestürzten Baumes gesperrt werden, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Ein Zug einer Regionalbahn mit rund 60 Fahrgästen wurde evakuiert.

Das Sturmtief "Bianca" hat in der Nacht auf Freitag vor Tirol nicht Halt gemacht. Betroffen war vor allem das Außerfern. Der Sturm sorgte im Bezirk Reutte für zahlreiche Feuerwehreinsatze - vor allem wegen umgestürzter Bäume. So musste etwa die Planseestraße wegen umgestürzter Bäume Donnerstagabend vorerst gesperrt werden. Feuerwehreinsätze meldete die Leitstelle Tirol auch aus Gemeinden wie Breitenwang, Forchach oder Ehenbichl.

Der nächtliche Sturm bescherte auch den oberösterreichischen Einsatzkräften einmal mehr arbeitsreiche Stunden: An die 200 Feuerwehren wurden zu insgesamt rund 280 Einsätzen gerufen, um die 2.600 Helfer standen teils stundenlang im Einsatz. 15.000 Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom, in der Früh waren es noch etwa 2.500.

Das gesamte Bundesland war betroffen, die meisten Einsätze waren laut Landeswarnzentrale der Feuerwehr in den Bezirken Vöcklabruck, Braunau und Ried zu verzeichnen. Der Sturm warf vielerorts Bäume um, die dann Straßen blockierten oder Stromleitungen beschädigten. Letzteres löste auch mehrere Brände aus, in Windhaag bei Freistadt und in Molln fingen Trafos Feuer. Meldungen über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Die Netz OÖ berichtete von Stromausfällen rund um Mitternacht, die kurzzeitig rund 15.000 Haushalte in etwa 60 Gemeinden betrafen. Meist waren es nur kleinere Schäden, die verhältnismäßig rasch behoben waren - Äste, die sich in Stromleitungen verfingen und einen Kurzschluss verursachten oder einzelne umgeknickte Bäume.