Finanzielle Unterstützung für Hochwasserschäden. Nach den Unwettern des vergangenen Wochenendes kommt die Hilfe von mehreren Seiten. Während zahlreiche Helferinnen und Helfer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind, bieten Bund, Caritas, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer finanzielle Unterstützung für die vom Hochwasser Betroffenen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. Juli 2021 (16:04)
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Für durch Hochwasser erlittene Schäden, wie hier in der Gemeinde Ferschnitz (Bezirk Amstetten) gibt es nun unterschiedliche Hilfefonds.
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Der mit derzeit rund 450 Millionen Euro gefüllte Katastrophenfonds soll nun auf die betroffenen Bundesländer aufgeteilt werden. Statt der normalen Vorgehensweise, bei der die Bundesländer nach einer Schätzung der Schadenskommission die Zuschüsse leisten und anschließend vom Bund ersetzt werden, soll der vom Bund kommende Anteil nun vorgezogen werden. Bei Privatschäden kommt der Bund für 60 Prozent auf. Bei Schäden am Vermögen von Ländern und Gemeinden hingegen nur für 50 Prozent. Anträge für die Ausbezahlung des Katastrophenfonds können die Betroffenen in der jeweiligen Gemeinde stellen. Nach dem Hochwasser am Wochenende rechne man mit etwa 2.500 Hilfsanträgen, hieß es aus dem Finanzministerium.

 Geld und Entfeuchtungsgeräte von der Caritas

Auch die Caritas der Diözese St. Pölten bietet denjenigen Menschen, die im Hochwasser ihren Wohnraum verloren oder durch entstandene Schäden in eine Notlage geraten sind, finanzielle Unterstützung an. Den Betroffenen aus dem Most- und Waldviertel werde aus den Mitteln der Inlandsspenden geholfen, hieß es in einer Presseaussendung. Voraussetzung, um die Bargeld-Unterstützung zu erhalten sei, dass der eigene Wohnraum, also Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmer oder Küche, betroffen sind. Für jeden im Haushalt lebenden Erwachsenen werden dabei 150 Euro und für jedes Kind, bis zur Vollendung der neunten Schulstufe, 100 Euro ausbezahlt.

Neben der finanziellen Unterstützung verleihe die Caritas kostenlos Entfeuchtungsgeräte, die je nach Verfügbarkeit in St. Pölten abgeholt werden können. Vom Unwetter besonders betroffene Familien, insbesondere armutsgefährdete Personen, können zusätzlich zur Soforthilfe auch Unterstützung durch die Caritas Sozialberatung.Nothilfe erhalten.

Unterstützung für Betriebe und Arbeitnehmer

Aber auch die niederösterreichischen Unternehmen können um finanzielle Hilfe anzusuchen. Bis zu 10.000 Euro an Unterstützung pro Betrieb wollen die Wirtschaftskammer und die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen ausschütten. Die Hälfte davon trägt die Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Bisher haben rund 50 Betriebe ihre durch das Hochwasser entstandenen Schäden gemeldet. Die meisten davon aus den Bezirken Amstetten und Melk. Weitere Betriebe können sich noch immer melden, hieß es von WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker in einer Presseaussendung. Voraussetzung für die Unterstützung sei eine Begutachtung durch die Schadenskommission, wobei die Schadenssumme zumindest 10.000 Euro betragen muss. Die Unterstützung umfasse 15 Prozent des erlittenen Schadens.

Ebenso unterstütze auch die Arbeiterkammer Niederösterreicher (AK NÖ) ihre Mitglieder, die Schäden an ihrem Hauptwohnsitz erlitten haben. Bis zu 1.000 Euro bezahlt die AK NÖ aus ihrer eigenen Katastrophenhilfe. Die Anträge für die Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen im Wohnbereich können in den jeweiligen AK-Bezirksstellen beantragt werden. Für Schäden, die durch eine Versicherung zur Gänze gedeckt werden, bestehe kein Anspruch.