Experten für luftige Höhen. Flugtechniker werden seit 55 Jahren in NÖ ausgebildet. Sie sind weltweit gefragt.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 23. April 2021 (05:17)
An Flugzeugen schrauben, Teile neu zusammenbauen oder reparieren: Den Unterricht verbringen die Langenlebarner Schüler zu einem Drittel in der Werkstätte.
privat, privat

Flieger, die das Bundesheer nicht mehr einsetzen kann oder die als Sportflugzeuge nicht mehr die Sicherheitskriterien erfüllen, landen in Langenlebarn (Bezirk Tulln). Dort werden sie auseinandergenommen und wieder zusammengebaut. Immer und immer wieder. Seit 55 Jahren lernen Schüler dort, wie Flugzeuge funktionieren und wie ihre Wartung läuft.

Gegründet wurde die Flugtechnikschule am Fliegerhorst Brumowski 1966 als Kooperation zwischen dem Bildungs- und dem Verteidigungsministerium. Seit damals hat sich viel verändert. Als die Ausbildung in Langenlebarn startete, fehlte Technik an Bord noch vollkommen. „Das Fliegen war zudem zu großen Teilen den Reichen vorbehalten“, erzählt Werkstätten-Lehrer Georg Heiss. Heute funktioniert – wie auch in Autos – in Flugzeugen und Hubschraubern vieles mit moderner Technik.

Schule ist europaweit einzigartig

Die 130 Jugendlichen, die aktuell zu Flugtechnikern ausgebildet werden, lernen deshalb verstärkt über Elektronik. Außerdem Maschinenbau, Mechanik, aber etwa auch Flug-Englisch. Zum Üben gibt es in Langenlebarn eine Cessna L19 Bird Dog, Saab Safir und Saab Draken, außerdem die Hubschrauber Augusta Bell 204 und Alouette. Am Ende der vierjährigen Mittleren Schulausbildung haben sie mehrere abgeschlossene Berufsausbildungen. Neben der des Flugzeugtechnikers auch jene als Schlosser, Maschinenbauer, Leichtflugzeugbauer, Zerspanungs- und Elektrotechniker, Dreher, Fräser, Automechaniker, Holz- und Kunststofftechniker.

Verändert hat sich aber nicht nur das benötigte Wissen, sondern auch die Personen: In den 70ern absolvierten die Ausbildung, die übrigens ausschließlich am Boden stattfindet, erwachsene Männer. Heute sind es Jugendliche und immerhin zehn Prozent Mädchen.

Einen Job finden die Absolventen bei der AUA, beim Heer, der Flugpolizei oder in Wartungs- und Fertigungsbetrieben. „Die Chancen sind auch im Ausland gut. Unsere Schule ist europaweit einzigartig“, sagt Schulleiterin Roswitha Bürgmayr zum 55-jährigen Jubiläum.