Krems und Wien: Caritas tourt gegen die Armut. Mehr Arbeitslosengeld, Soforthilfen und Pläne gegen Kinderarmut fordert die Caritas.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. Oktober 2020 (10:05)
Caritas-Präsident Michael Landau, Caritas-Generalsekretärin Anna Parr, Claudia Psota, Projektleiterin soma, und Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger.
Caritas

Das Geld reicht nicht mehr zum Einkaufen, Stromrechnung und Miete müssen bezahlt werden – Armut gab es auch vor der Coronakrise, aber jetzt trete sie immer sichtbarer zutage, sagte Caritas-Präsident Michael Landau bei einer Tour durch Einrichtungen der Hilfsorganisation in Wien und Krems.

„Wir müssen alles daransetzen, dass aus dieser Gesundheitskrise keine soziale Krise wird. Rund ein Drittel der Menschen, die derzeit in unsere Sozialberatungen kommen, sind erstmals hier“, beschreibt Landau die aktuelle Lage. Viele dieser Menschen hätten nie gedacht, dass sie jemals Hilfe von der Caritas in Anspruch nehmen müssten. Die Caritas warne daher eindringlich vor einer Pandemie der Armut.

Armutspaket für Kinder eingemahnt

In ihren Sozialberatungsstellen gebe es seit Jahresbeginn um 41 Prozent mehr Erstkontakte als im Vergleich zum Vorjahr, nennt Caritas-Generalsekretärin Anna Parr eine konkrete Zahl.

Die Caritas fordert nun eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes, um Menschen ohne Job ausreichend Geld für Lebensmittel, Energie und Mieten zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich wird ein Armutspaket für Kinder eingemahnt, das sich auf materielle Absicherung, Bildung und Gesundheit stützt. Eine bundesweit einheitliche Kindergrundsicherung müsse ergebnisoffen diskutiert werden, regt Parr an.

Caritas Direktor Hannes Ziselsberger sagt im Soma in Krems, dass „dieser Sozialmarkt auch während des Lockdowns im März und April dieses Jahres geöffnet war. Armut kennt keinen Lockdown.“ Es sei wichtig, dass Angebote wie Sozialmarkt und Sozialberatung auch weiterhin betrieben werden können – wofür Spenden benötigt werden.

Übrigens: Wer einer armutsbetroffenen Familie einen vollen Einkaufswagen spenden möchte, der kann das mit 40 Euro tun (siehe Infobox).