Hilfe für Frauen auch in der Coronakrise. Die Situation zu Hause belastet. Erste Attacken aufgrund der Isolation auf Frauen hat es schon gegeben. Wie etwa in Bad Vöslau. Die Frauenberatung ist aber weiterhin im Einsatz. Und: Auch die Frauenhäuser haben freie Plätze.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. März 2020 (13:41)
Symbolbild
APA

Soziale Kontakte reduzieren, Abstand halten, zu Hause bleiben. „Die Maßnahmen sind in der derzeitigen Situation unbedingt notwendig“, betont Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Aber: „Wir müssen nun aber verstärkt darauf achten, dass diese Maßnahmen die Gefahr von gewaltvollen Übergriffen in den eigenen vier Wänden verschärfen können.“ Erste Angriffe und Attacken gegenüber Frauen gab es immerhin ja auch schon. Wie zum Beispiel in Bad Vöslau (wir hatten berichtet, siehe hier) .

NÖ Frauenberatungsstellen beraten weiter

Gerade in so fordernden Zeiten sei es, sagt Teschl-Hofmeister, für Betroffene wichtig zu wissen, dass sie nicht allein sind. Und: Es brauche einen leichte Zugang zu Beratungseinrichtungen sowie rasche Informationen über Hilfsangebote für Betroffene. „Deswegen führen die NÖ Frauenberatungsstellen auch weiterhin Beratungen durch", betont sie. Um die persönlichen Kontakte so weit wie möglich einzuschränken gibt es die allerdings zurzeit telefonisch oder via Mail. 

Zehn Frauenberatungsstellen in Niederösterreich gibt es. Die Sozialarbeiterinnen, Beraterinnen, Psychologinnen und Psychotherapeutinnen begleiten Hilfesuchende während der Coronakrise und natürlich auch danach in schwierigen Lebenssituationen. Die Beratungsstellen bieten Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, aber auch bei psychischen Problemen, existenziellen Ängsten, bei familienrechtlichen oder beruflichen Fragen sowie bei Problemen in der Partnerschaft. 

Ausreichend Plätze in Frauenhäusern

Und auch die NÖ Frauenhäuser und Notwohnungen sind vorbereitet. „Wir haben die Warnung von Expertinnen und Experten sehr ernst genommen und rasch dafür gesorgt, dass im Fall der Fälle auf alle Frauen und ihre Kinder in allen Landesteilen ein sicherer Platz wartet", erläutert Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. 

„Keine Frau braucht Angst zu haben, abgewiesen zu werden. Es gibt freie Plätze und die geschulten Mitarbeiterinnen helfen sofort unbürokratisch und parteilich für die Opfer", so Königsberger-Ludwig, die zudem betont dass auch das Thema Sicherheit und Schutz vor dem Coronavirus für die Bewohnerinnen und das Personal thematisiert wurde. 

Frauenministerin Susanne Raab appellierte heute zudem an alle Frauen: "Wendet Euch bei ersten Anzeichen von Unsicherheit, Gefahr, psychischer oder physischer Gewalt an unsere Frauenhelpline!" Sollte man nicht telefonieren können, weil man nicht alleine zu Hause ist, rät sie Online-Angebote zu nutzen. 

Hilfe und Beratung:

  • Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
  • Virtuelle Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, Online-Chat: www.haltdergewalt.at
  • Kontaktinfos zu allen Frauen- und Gewaltschutzeinrichtungen in NÖ gibt es auf:
    www.noe.gv.at/Frauen oder www.frauenberatung-noe.at.  
  • Das NÖ Frauentelefon bietet zudem eine anonyme und kostenlose Erstberatung an: 0800/800 810.