Rekrut mit Gewehr mutiert zu Rambo. Wehrmann verlässt unerlaubt die Wache und richtet auf Kameraden das Sturmgewehr.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 29. August 2017 (00:41)
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„Blödheit“, gab ein 21-Jähriger als Grund für die Attacke mit dem Sturmgewehr an.

Einem freudigen Ereignis sieht ein Wiener (21) entgegen: „In zwei Monaten werde ich Vater“, erzählt er vor Gericht mit einem Lächeln im Gesicht. Das verschwindet, als er zu den Vorfällen am 1. März dieses Jahres in der Bolfraskaserne in Mistelbach befragt wird.

Sichtlich verlegen gibt der 21-Jährige zu, eine Wacheverfehlung begangen zu haben: „Ja, ich habe meinen Dienst nicht vorschriftsmäßig erledigt. Ich war als Wachsoldat auf Streife. Ich habe dann den Rundgang unterbrochen, um mein Handy aus der Unterkunft zu holen“, erzählt er stockend und verstummt. Richter Manfred Hohenecker hilft dem Beschuldigten auf die Sprünge. „Dabei ist es nicht geblieben. Sie haben Ihr Sturmgewehr in Anschlag, mit einem angesteckten vollen Magazin, auf einen Kameraden gerichtet. Was glauben Sie, hat sich der gefürchtet?“

Der Wiener windet sich, druckst zunächst herum, dann gesteht er ein: „Ich glaube schon. Ich habe nicht überlegt. Es war blöd. Ich wollte aber nie jemanden gefährden.“

„Das war mehr als eine Blödheit“, erwidert der Richter harsch. Er lässt aber im Hinblick auf die Vaterfreuden und den bislang ordentlichen Lebenswandel des Wieners Milde walten: Das Verfahren gegen den Wiener wegen gefährlicher Drohung und vorsätzlicher Wacheverfehlung wird gegen Bezahlung von 600 Euro eingestellt. Nicht rechtskräftig.