Gerüchte um Jagd am Tüpl Allentsteig. Am Truppenübungsplatz in Allentsteig gärt es gewaltig. Die Pläne von Verteidigungsminister Darabos, die Heeresforste, die den forst- und den landwirtschaftlichen Betrieb am militärischen Gelände verwalten, auszulagern, lassen die Gerüchteküche brodeln.

Erstellt am 27. März 2012 (09:34)
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Am Truppenübungsplatz in Allentsteig gärt es gewaltig. Die Pläne von Verteidigungsminister Darabos, die Heeresforste, die den forst- und den landwirtschaftlichen Betrieb am militärischen Gelände verwalten, auszulagern, lassen die Gerüchteküche brodeln. Dabei rückt die Jagd immer mehr ins Zentrum des Interesses.

Wie der APA von mehreren Seiten zugetragen wurde, sollen Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad bzw. sein Nachfolger als Landesjägermeister Josef Pröll daran interessiert sein. Man munkelt, dass die Bundesforste, die die Verwaltung anstelle der Heeresforste übernehmen sollen, mit dem Landesjägerverband über die Verpachtung der lukrativen Jagd am Truppenübungsplatz bereits im Einvernehmen sein sollen. Der NÖ Landesjagdverband bestritt jedoch am Dienstag, Gespräche über die Jagd am Truppenübungsplatz in Allentsteig geführt zu haben.

Konrad, der am 14. April die Flinte als Landesjägermeisters an Pröll übergibt, ließ auf APA-Anfrage wissen, dass er "kein persönliches Interesse" an der Jagd in Allentsteig habe. Er sei aber über die aktuelle Entwicklung nicht informiert und wisse auch nicht, ob andere Interesse daran haben. Konrad kennt das Jagdgebiet jedenfalls, er ist dort schon auf die Pirsch gegangen.

Das Ministerium argumentiert, dass mit der Auslagerung der Heeresforste Einsparungen in Höhe von drei Millionen Euro erzielt werden könnten. Über die genauen Pläne hüllt sich das Ressort bisher allerdings in Schweigen, was für Nervosität unter den Betroffenen sorgt. Das Ministerium hat zwar eine Studie über den Betrieb am Truppenübungsplatz erstellen lassen, zu Gesicht bekommen habe diese bisher aber weder die Forstmitarbeiter noch das militärische Personal oder die Bauern, die rund um das militärische Gelände Felder vom Bundesheer gepachtet haben.

Die Landwirte waren es auch, die die Pläne des Ministers öffentlich zur Sprache gebracht haben. Sie befürchten nämlich, dass sich durch die Auslagerung der Forstverwaltung ihre Pacht um das Doppelte wenn nicht Dreifache erhöhen könnte und viele von ihnen damit die Existenzgrundlage verlieren würden. Das Ministerium versicherte den Bauern zwar, dass sie ihre Felder weiter bewirtschaften können, lässt sie aber bisher über die genauen Pläne oder die Erhöhung der Pacht im Unklaren.