Geständnis nach Mord an 14-Jähriger. Im Bad Ischler Mordfall hat die Haftrichterin am Freitagnachmittag die Untersuchungshaft über den 48-jährigen Stiefvater des getöteten Mädchens und seinen 19-jährigen Sohn verhängt. Sie hielten in der mehrstündigen Einvernahme ihr Tatsachengeständnis aufrecht, das sie am Mittwoch vor der Polizei abgelegt hatten.

Erstellt am 08. Juli 2011 (09:36)
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Das Geständnis habe schließlich auch zur Auffindung der Leiche geführt, gab die Staatsanwaltschaft Wels in einer Presseaussendung bekannt.

Die Schilderungen der Verdächtigen passten zu der vom Gerichtsmedizinischen Institut Salzburg-Linz ermittelten Todesursache, einem massiven Schädel-Hirn-Trauma. Verursacht wurde es durch mehrere Schläge und Angriffe gegen den Hals des Mädchens. Nach den bisherigen Erkenntnissen dürften eine Taschenlampe und ein Strick die Tatwaffen gewesen sein. Das Ergebnis der kriminaltechnischen Spurenauswertung werde in einigen Wochen erwartet. Weitere Details wollte die Staatsanwaltschaft derzeit aus kriminaltaktischen Gründen nicht nennen.

Die beiden Verdächtigen dürften die 14-Jährige Dienstag früh auf dem Schulweg abgepasst und in ihren Wagen gezerrt, gewürgt und mit Schlägen gegen den Kopf getötet haben. Die Leiche wurde auf einem Grundstück in der Ortschaft Radau in St. Wolfgang, das der Familie der Männer gehört, in einem möglicherweise vorbereiteten Erdloch verscharrt. Die blutbefleckte Rückbank des Autos fand die Polizei in einem Gebüsch in Niederösterreich.

Noch am Dienstagabend seien die beiden Männer, die rasch ins Visier der Polizei gerieten, befragt worden, so Erich Allmer vom Landeskriminalamt. Sie hätten sich zunächst in Widersprüche verwickelt. Erst am Mittwochnachmittag gestanden sie, das Mädchen entführt, getötet und die Leiche beseitigt zu haben.

In Bad Ischl wird gemutmaßt, dass sich der 48-Jährige an der Mutter des Mädchens für die Trennung rächen wollte, die er nicht überwunden haben dürfte. Die Frau hatte die Beziehung vor einigen Monaten beendet. Ermittler schlossen auch ein sexuelles Motiv nicht aus, konkrete Angaben von Polizei oder Staatsanwaltschaft gibt es aber nicht.

Für die Mitschüler, die während eines Schulfestes vom Tod ihrer Kollegin erfuhren, wäre es wichtig, dass es nach den Ferien noch einmal ein kurzes Trauerritual in der Klasse gibt, riet der ärztliche Leiter der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg in Linz, Primar Werner Schöny. Dann sei es aber besser, mit dem Fall abzuschließen. In der Schule wurde eine improvisierte Erinnerungsstätte an das Mädchen aufgebaut, wo Jugendliche Blumen oder Fotos ablegten und Kerzen anzündeten. Der psychosoziale Dienst war mit sechs Personen im Einsatz, um Familie, Mitschüler und Freunde des Opfers zu betreuen.