Gesundheits-Problemlöser unterwegs. Die Gesundheitsversorgung im Akut- und Notfall wird durch Einsatz von Pflege- und Rettungsexperten neu aufgestellt. Ein Pilotprojekt in Bruck/Leitha soll helfen, die Versorgung der Menschen zu verbessern.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. Mai 2020 (16:00)

Auf Grund der ständig steigenden Erfordernisse in der präklinischen Versorgung wird die Zusammenführung der Berufsbilder des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie des Notfallsanitäters in Form der Acute Community Nurse (ACN) erprobt. „Die Rolle dieser Gesundheitsexperten wird jene des Problemlösers sein, sowohl in der 24/7 Akutversorgung von pflegebedürftigen Personen als auch in der Notfallrettung als Unterstützung und Bindeglied zwischen nicht-ärztlichen und ärztlichen Rettungsdienst“, sagt NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger. Daher startet mit 18. Mai 2020 der Pilotbetrieb  im Bezirk Bruck/Leitha.

Bei akuten Problemen: Nicht unbedingt ins Spital

Vor allem in Randzeiten des Tages, an Wochenenden und in der Nacht sind bestehende Strukturen in der häuslichen medizinischen und pflegerischen Versorgung teilweise nur eingeschränkt vorhanden. Rotkreuz-Landesrettungskommandant Werner Kraut: „Derzeit muss bei akuten Pflegeproblemen in vielen Fällen ein nicht unbedingt notwendiger Transport in ein Klinikum erfolgen. Bei Personen mit diagnostizierten und austherapierten chronischen Grunderkrankungen oder bei akuten Problemen mit Sonden, sowie nach Entlassung von ungeplanten ambulanten oder kurz-stationären Aufenthalten können diese neuen Mitarbeiter eingreifen“. Aber auch Visiten im Auftrag bzw. in Absprache mit regional tätigen niedergelassenen Ärzten fallen in den Aufgabenbereich.

Neue Kombi aus Pfleger und Notfallsani
täter

Diplomierte Pflegepersonen mit intensiver Ausbildung im Rettungsdienst als Notfallsanitäter bilden eine neuartige Kombination, um auf Bedürfnisse von Hilfsbedürftigen zu reagieren. Auch deshalb ist der Einsatz in der Notfallrettung ein Betätigungsfeld. Gemeinsam mit den ortsansässigen Rettungsorganisationen kann so eine Verbesserung in der Versorgung erreicht werden.


Erweiterung des Versorgungs- und Pflegeangebots

Notruf NÖ Geschäftsführer Christof Constantin Chwojka: „Durch die Integration bei Notruf NÖ, wo alle kommunikativen Gesundheitsanforderungen über 144, 141, 1450 oder den vielen anderen Kontaktmöglichkeiten zusammenlaufen, kann hier sichergestellt werden, dass der optimale Gesundheitsdienstleister zum optimalen Zeitpunkt für Patienten zum Einsatz kommt.“ Chwojka weiter: „Sollte ein niedergelassener Arzt oder ein mobiler Pflegedienst nicht übernehmen können, dann kommt eine ACN zum Einsatz.“ Durch Gespräche mit den Stakeholdern der Region wurde die Zusammenarbeit vorbereitet. Es soll ja kein Eingriff in eine funktionierende Regelversorgung sein, sondern eine Erweiterung des Versorgungs- und Pflegeangebots.