Schläge und Tritte statt Deutschkurs für Ehefrau. Syrer unterjochte seine Frau und die Kinder mit Drohungen und Gewalt. Die Frau wehrte sich, der Gatte muss in Haft.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 29. Mai 2018 (02:11)
Nach der Flucht vor dem Krieg unterdrückte Syrer seine Familie brutal und misshandelte seine Frau.Doidam 10/Shutterstock.com
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Den Kriegswirren entkommen, bereitete ein 34-jähriger Syrer seiner Familie, der 28-jährigen Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern, die sich im Waldviertel ein friedvolles Leben erhoffte, die Hölle auf Erden.

Mit den Integrationsbemühungen der Ehefrau kam der 34-Jährige offensichtlich nicht zurecht: Er verbot der 28-Jährigen, einen Deutschkurs zu besuchen, um ihr Studium fortsetzen zu können. Über jeden Schritt musste die Frau Rechenschaft ablegen. Sie durfte ohne Erlaubnis nicht einmal einkaufen gehen und musste sich an seine Kleidervorschrift (Vollverschleierung) halten.

"Ich werde dich und die Kinder abschlachten"

Im Geheimen knüpfte die Unterjochte dann Kontakte zu anderen Flüchtlingsfrauen, denen sie schlussendlich ihr Leid über die Ehehölle klagte: Jegliches Aufbegehren ahnde der untreue Gatte mit Misshandlungen (Tritte, Ohrfeigen und Schläge) und mache sie mit Morddrohungen, „Ich werde dich und die Kinder abschlachten, wenn du mich verlässt!“, gefügig und untertan.

Als sich die Gewaltausbrüche dann auch auf die Kinder ausdehnten, schaltete die Frau die Behörden ein.

Der 34-Jährige zeigte vor Gericht wenig Einsicht und wurde nach einem umfangreichen Beweisverfahren wegen der Misshandlungen an der Noch-Ehefrau zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt: 24 Monate, davon muss der Syrer acht Monate hinter Gittern absitzen. Er meldete sofort Rechtsmittel an.