Gott nicht einsperren. Diebe, Vandalen und manchmal forsche Bettler: Nicht immer ist es ratsam, geistliche Einrichtungen offen für alle zu lassen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 05. September 2017 (02:25)
APA (Archiv)
Symbolbild

Die Kirche von Wieselburg verwüstet. Das Pfarrhaus von Ollersbach leer geräumt. Opferstockdiebe sind unterwegs. Kirchliche Einrichtungen bleiben von Kriminellen nicht verschont, auch weil kleine Pfarren oft tageweise unbesetzt sind.

Diözesanmuseum St. Pölten
Diese Monstranz wurde aus dem Ollersbacher Pfarrhof gestohlen. 

„Pfarrhäuser, Kirchen und Klöster sind aufgerufen, ihre Kunstgegenstände gemeinsam mit dem Diözesankonservat zu katalogisieren und zu fotografieren“, erklärt St. Pöltens Diözesankonservator Otto Huber. Das erleichtert die Identifizierung für die Polizei, wenn diese Gegenstände mitunter auf Flohmärkten auftauchen. „Das Interesse an sakraler Kunst im Bereich der Diebstähle geht aber zurück“, stellt ein Ermittler fest. Nicht immer wissen Kriminelle um den Wert, manches wird als Buntmetall eingeschmolzen. Durch aufmerksame Antiquitätenhändler konnte manch Diebsgut ausfündig gemacht werden. Matthäus Nimmervoll, Abt des Stiftes Lilienfeld, erinnert sich an den Diebstahl der Tobias-Figur vom Erzengel-Raphael-Altar.

Auch berichtet er, „dass er mit öfters sehr fordernden Bettlern, die bis in die privaten Räume vordringen, konfrontiert ist“. Diese würden die angebotene Klostersuppe verweigern unter dem Motto „Nur Bares ist Wahres“. Kirchen versperren möchte man seitens der Diözese, soweit möglich, nicht, denn: „Die sicherste Kirche ist die, die von Menschen regelmäßig besucht wird“, meint Nimmervoll.