Große Anteilnahme bei Trauergottesdienst. Unter großer Anteilnahme haben Dienstagabend bei einem Trauergottesdienst im Wiener Stephansdom die Menschen den bei Annaberg im Bezirk Lilienfeld getöteten drei Polizisten und des Sanitäters gedacht.

Erstellt am 01. Oktober 2013 (22:10)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
APA14921558 - 01102013 - WIEN - …STERREICH: Kardinal Christoph Schšnborn wŠhrend der Messe zum Gedenken an die bei der Bluttat in Niederšsterreich am Annaberg getšteten EinsatzkrŠfte am Dienstag, 1. Oktober 2013, im Wiener Stephansdom. +++ WIR WEISEN AUSDR†CKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GR†NDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEF†HRTEN ZWECK ERFOLGEN DARF - VOLLST€NDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND +++ APA-FOTO: Franz Josef Rupprecht
NOEN, Franz Josef Rupprecht (APA)
Neben Angehörigen der Opfer des Schussattentats des mutmaßlichen Wilderers Alois H. waren die Plätze in der Kirche durch Angehörige der Polizei und des Roten Kreuzes sowie der Mitglieder der Regierung bis auf den letzen Platz besetzt.

Schönborn hoffte auf Trauer ohne Hass, Regierungsspitze vor Ort

"Möge es uns gelingen, ohne Hass zu trauern", sagte Kardinal Christoph Schönborn, der die Messe zelebrierte.

Neben Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die neben den Angehörigen Platz nahm, waren Bundespräsident Heinz Fischer, seine Frau Margit und Regierungsmitglieder wie u.a. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) und Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) sowie Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) in den Stephansdom gekommen.

Den Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben auch Ermittler, die im Annaberg im Einsatz waren, allen voran NÖ Landespolizeidirektor Franz Prucher.

"Einer der dunkelsten Tage in der Geschichte der österreichischen Blaulichtorganisationen"

"Warum gerade er?", fragte Schönborn in seiner Predigt und richtete sich mit dieser Frage zunächst an die Angehörigen der vier Erschossenen, die sich das sicher gefragt hätten. "Warum hat er sich an diesem Tag nicht freigenommen, dann wäre er noch bei uns."

Der Kardinal zitierte die Aussage der Witwe eines Feuerwehrmannes, der am 11. September bei den Anschlägen ums Leben kam, sich trotz Gefahr von der Familie verabschiedete und zum Einsatz ging. "Genau dafür hab ich ihn geliebt. (...) Wie kann ich es ihm dann übel nehmen." Der Kardinal: "Es berührt uns alle, wenn einer sein Leben in so einem Einsatz verliert."

"Der 17. September 2013 wird als einer der dunkelsten Tage in die Geschichte der österreichischen Blaulichtorganisationen eingehen. Für viele Menschen hat sich an diesem Tag die Welt mit einem Schlag verändert. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war", sagte Mikl-Leitner in ihrer Rede am Ende der Messe.

"Österreich hat vier Menschen verloren, die sich jahrzehntelang für den Schutz und die Sicherheit ihrer Mitmenschen eingesetzt haben, die für unsere Sicherheit gesorgt haben. Und dafür gebührt ihnen ein besonderer Platz in unseren Herzen."

Bundespräsident Fischer: "Ganz Österreich war tief geschockt"

"Für alle vier war der 17. September 2013 ein ganz gewöhnlicher Tag (...) mit der festen Absicht nach Dienstende wieder nach Hause zu kommen", so Bundespräsident Fischer. "Wen wundert es, wenn wir alle, ganz Österreich, tief geschockt waren." Die bei dem Einsatz erschossenen Männer hätten nichts Anderes wollen, als zu helfen und ihre Pflicht zu erfüllen.

Vor zwei Wochen hat der als Wilderer verdächtigte Transportunternehmer Alois H. aus Großpriel in Niederösterreich auf seiner Flucht die drei Polizisten und den Rotkreuz-Sanitäter erschossen. Daraufhin verschanzte sich der 55-Jährige auf seinem Anwesen in Großpriel bei Melk, ein Großaufgebot von Einsatzkräften versuchte den Mann zum Aufgeben zu bringen.

Der Bauernhof wurde gestürmt, nach einer stundenlangen Durchsuchung des verwinkelten Gebäudes wurde die verbrannte Leiche des Mannes in einem Geheimbunker im Keller entdeckt.

Alois H., der sich mit einem Kopfschuss das Leben nahm, soll als Wilderer in Niederösterreich und der angrenzenden Steiermark sein Unwesen getrieben haben, woraufhin im Bezirk Lilienfeld seit geraumer Zeit Streifentätigkeit durchgeführt wurde.