Große Waldbrand-Übung am Waxenberg bei Paudorf

Erstellt am 21. Mai 2022 | 15:27
Lesezeit: 5 Min
Bei einer groß angelegten Übung in der Gemeinde Paudorf im Bezirk Krems lag das Hauptaugenmerk auf der Zusammenarbeit der einzelnen Feuerwehreinheiten. 400 Einsatzkräfte waren dabei.
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Die etwa 30 Quadratkilometer große Gemeinde Paudorf besteht aus rund 60 Prozent Waldgebiet. Die leider gar nicht so unwahrscheinliche Übungsannahme lautete: „In der Nähe eines Wanderweges zwischen Paudorf und Klein Wien ist es zu einem Brandausbruch gekommen.“

Als Ersteinsatzkräfte rückten Mitglieder der örtlichen Feuerwehren aus. Wie sich schnell herausstellte, war eine weitere Welle an Einsatzkräften für die Brandbekämpfung notwendig. Der Einsatzleiter ließ die Alarmstufe erhöhen, weitere Feuerwehren rückten an. Ebenso standen Feuerwehr-Sonderdienste rund um die Uhr abrufbar als Unterstützung bereit. Über die Landeswarnzentrale wurden vom örtlichen Einsatzleiter der Wald- und Flurbrandbekämpfungs-Sonderdienst, der Feuerwehr-Flugdienst, die Feuerwehr-Streife, der Feuerwehrmedizinische Dienst, sowie der Feuerwehr-Versorgungsdienst beim NÖ Landesfeuerwehrkommandanten angefordert. 

Hubschrauber von von Flugpolizei, Bundesheer und Heli-Austria unterwegs

Die Bodeneinheiten wurden bei den Löscharbeiten aus der Luft unterstützt. Mit einem 3.000-, einem 1.400- und zwei, jeweils 500-Litern fassenden Löschwasserbehältern und mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, waren fünf Hubschrauber von Flugpolizei, Bundesheer und Heli-Austria im Luftraum rund um das Stift Göttweig unterwegs.

"Hirschwang hat gezeigt, wie wichtig Zusammenarbeit ist"

LH-Stv. Stephan Pernkopf hob hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit der Feuerwehreinheiten mit anderen Einsatzorganisationen ist. Das habe im vergangenen Oktober der Waldbrand in Hirschwang an der Rax gezeigt. "Wir haben dort gesehen, dass sich die Investitionen und die Schwerpunktausbildung auszahlen. Die Bemühungen von Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, den knapp 100.000 freiwilligen Feuerwehrmitgliedern eine Spezialeinheit an Waldbrandlöschern zur Seite zu stellen, hat sich voll und ganz bewährt."

„Mit LH-Stv. Stephan Pernkopf haben wir seit Jahren einen zuverlässigen Ansprechpartner, wenn es um Anliegen der Feuerwehr geht. Bestes Beispiel hierfür sind die 16 neuen Waldbrandlöschfahrzeuge vom Typ HLFA2-WB, von denen bereits die ersten acht Stück ausgeliefert und bei der heutigen Übung ihre Stärken unter Beweis stellen konnten. Aber auch die kürzlich bundesweit beschlossene Sonderinvestitionsprämie, besser bekannt als Mehrwertsteuerrückvergütung, ist ein Zeichen, dass wir uns auf unsere politische Vertretung verlassen können“, betonte Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Martin Boyer.

Steigende Waldbrand-Gefahr

Die Zahl der Wald- und Flurbrände stieg in den letzten Jahren stetig. Allein die heurige Statistik von bereits knapp über 500 Wald- oder Flurbränden nur in Niederösterreich, zeigt einen steil ansteigenden Trend. Die lang anherrschende Trockenheit im letzten Jahr und der milde Verlauf des Winters stellen für Wald- und Flurbrände leider eine optimale Grundlage dar. Waldbrände gibt es schon seit jeher, jedoch die Gebiete und die Ausmaße verändern bzw. verlagern sich in Regionen, in denen Vegetationsbrände bis dato als unbekannt galten.

Feuerwehr-Sonderdienst „Wald- und Flurbrandbekämpfung“

Der NÖ Landesfeuerwehrverband und im speziellen Landesbranddirektor Dietmar Fahrafellner installierte daher den Feuerwehr-Sonderdienst „Wald- und Flurbrandbekämpfung“, der mit eigens entwickelten Waldbrandlöschfahrzeugen ausgestattet wurde. Dem gehören speziell ausgebildete Feuerwehrmitglieder an.

Zahlen, Daten Fakten zur Übung in Paudorf:

  • 400 Feuerwehreinsatzkräfte
  • 19 Freiwillige Feuerwehren
  • 5 Feuerwehr-Sonderdienste (Wald- und Flurbandbekämpfung, Feuerwehr-Flugdienst, Feuerwehr-Streife, Feuerwehrmedizinischer Dienst und Feuerwehr-Versorgungsdienst)
  • 45 Feuerwehr-Fahrzeuge
  • 5 Hubschrauber (3 EC 135 - Flugpolizei, 1 Sikorsky S-70 - Bundesheer, 1 Bell 412 - Heli-Austria)