Neue Kriterien: Zahl der Tauglichen stieg leicht

2021 kamen in NÖ vier Prozent mehr Männer für Heer oder Zivildienst in Frage als 2020. Im Rettungsdienst fehlt weiterhin Personal.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:22
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Zivildienst Symbolbild
Die abgeänderten Tauglichkeitskriterien sollten mehr Arbeitskräfte für das Bundesheer und den Rettungsdienst bringen.
Foto: APA/Hans Klaus Techt

Im April 2021 galten bei der Stellung in St. Pölten erstmals die neuen Tauglichkeitskriterien. Mit der Teiltauglichkeit soll es gelingen, nur jene Burschen vom Grundwehr- oder Zivildienst auszunehmen, die körperlich oder geistig wirklich nicht dazu in der Lage sind. Alle anderen sollen ihren Dienst an der Waffe oder am Mitmenschen leisten – und so die in den vergangenen Jahren gesunkene Zahl der Grundwehr- und Zivildiener wieder steigern. Nach den ersten Stellungsterminen mit dem neuen Kriterienkatalog freut man sich im Verteidigungsministerium bereits über einen leichten Anstieg der Zahl der Tauglichen.

2020 waren in NÖ 71 Prozent der Stellungspflichtigen für den Grundwehrdienst geeignet, 2021 waren es 75 Prozent. Das sind insgesamt etwas mehr als im Bundesschnitt. Hier waren es 2020 68 Prozent und 2021 rund 73 Prozent. Noch nicht eingerechnet sind jedoch jene Stellungspflichtigen, deren Termin sich Corona-bedingt 2021 verschoben hat. Endgültige Zahlen habe man nach dem ersten Quartal, heißt es aus dem Ministerium.

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Während NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek beim Heer schon einen Anstieg erkennt, sehen die Vertreter der Rettungsorganisationen noch keine Veränderung.
Foto: Bundesheer

Für NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek ist aber bereits jeder zusätzliche Taugliche ein Gewinn: „Wir müssen bei den geburtenschwachen Jahrgängen jede Möglichkeit ausschöpfen, die Zahl an Grundwehr- und Zivildienern zu erhöhen.“

Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit jenen der vergangenen Jahre, ist eine große Veränderung aber noch nicht erkennbar: 2015 waren in NÖ noch 77 Prozent der Stellungspflichtigen tauglich, 2018 74 Prozent. Insgesamt ist die Zahl jener, die für das Heer in Frage kommen, seit 2000 gesunken.

Für April-Termin werden noch Zivildiener gesucht

Die Rettungsorganisationen, die immer wieder über einen Mangel an Zivildienern klagten, können auch noch keine Verbesserung der Situation feststellen: Vom Samariterbund heißt es, dass bisher kein Anstieg an Zivildienern bemerkbar ist. Beim Roten Kreuz ist eine gesicherte Aussage dazu noch nicht möglich. Beiden Organisationen fehlen jedenfalls Kräfte für den nächsten im April startenden Turnus. Dieser Termin bereitet alljährlich Probleme bei der Besetzung.

Eingesetzt werden die Zivildiener im Rettungs- und Krankentransport und bei der Katastrophenhilfe. Die Teiltauglichen des Heeres arbeiten als Stellungsgehilfen, Feldkochgehilfen, Kraftfahrer oder Cybersoldaten. „So erhält jeder die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten“, sagt ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Jawurek betont, dass das auch für die Männer wichtig sei.

Am Ablauf der Stellung hat sich nichts verändert: Die Burschen müssen sich denselben medizinischen und psychologischen Tests stellen.