„Habe ein Jahr nur aus Müll gelebt“. Korneuburger isst, was Supermärkte wegwerfen. Wie er dazu kommt, erzählt er der NÖN.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:18)
Die Ausbeute von Flo B. beim Dumpstern: Zwei Sackerl mit original verpackter Ware.
privat

Wenn die Nacht anbricht, starten Flo B. und seine Freunde ihre Tour durch die Müllräume der Supermärkte. Sie wühlen in den Tonnen und nehmen mit, was noch genießbar ist. Die Rede ist vom Dumpstern oder Mülltauchen. Aus Gruppen, die zum Austausch darüber dienen, erfährt man, dass Menschen vor allem dumpstern, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken – auch jene, die sich durchaus Essen leisten können. Warum er „dumpstert“ und wie viele genießbare Lebensmittel sich im Abfall verstecken, erzählte Flo B. der NÖN.

Wie sind Sie zum Dumpsterngekommen?

Flo B.: Ich habe vor zehn Jahren angefangen. Zuerst war das vor allem Spaß. Ich war richtig schockiert, was man im Müll alles findet. Ich hatte das Gefühl, etwas dagegen tun zu müssen. Ein Jahr lang haben wir uns zu fünft nur aus dem Müll ernährt.

Rechtlich ist das Dumpstern jaeine Grauzone. Ist der Müll der Supermärkte frei zugänglich?

Flo B.: Früher war es ganz einfach. Wir hatten Postschlüssel, mit denen konnten wir die Müllräume öffnen. Viele Tonnen waren frei zugänglich. Mittlerweile ist es schwieriger. Die meisten Supermärkte haben die Schlösser getauscht. In NÖ ist es noch schwieriger als in Wien.

Merken Sie, dass der Müll bei den Supermärkten weniger wird?

Flo B.: Ich gehe heute an anderen Orten Dumpstern wie früher. Deshalb kann ich das nicht richtig beurteilen. Aber ich würde sagen, nein. Dazu hat sich unser Konsumverhalten noch zu wenig verändert.