Unwetter: 1.500 Florianis in ganz NÖ im Einsatz

In Niederösterreich verzeichnete die Feuerwehr aufgrund des Sturms 130 Einsätze.

Aktualisiert am 30. Oktober 2018 | 16:56
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UPDATE

Der Schwerpunkt lag im Bezirk Neunkirchen, wo auch die Südbahnstrecke bis mittags komplett gesperrt war. Insgesamt waren 1.500 Mitglieder von 90 Feuerwehren mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt, sagte Franz Resperger vom Landeskommando. Vorübergehend waren in der Nacht auf Dienstag laut EVN 3.000 Kunden ohne Strom.

Vor allem im Süden des Landes waren Bäume auf Leitungen und Trafostationen gestürzt, am Vormittag war der Strom noch in knapp 800 Haushalten ausgefallen. Am späten Nachmittag waren noch ein paar Dutzend Kunden im Mariazellerland betroffen. Seit Montagabend standen mehr als 150 Störungsmonteure der Netz Niederösterreich im Einsatz, berichtete EVN-Sprecher Stefan Zach. Es gebe "sehr viele Schadensstellen", die teilweise auch schwer erreichbar seien. "Wir hoffen, dass wir bis Einbruch der Dunkelheit alle Kunden wieder mit Strom versorgen können", sagte Zach. Die Reparatur- und Erneuerungsarbeiten werden laut dem Sprecher noch einige Wochen dauern.

Einige wenige Zwischenfälle gab es laut Resperger in den Bezirken St. Pölten, Amstetten und Baden. In Kottingbrunn (Bezirk Baden) hatte sich aufgrund des Sturms ein etwa 500 Quadratmeter großes Blechdach von einer Lagerhalle abgelöst und drohte abzustürzen. Mitglieder dreier Feuerwehren schnitten die Bedeckung am Dienstagnachmittag in mehrere Stücke und entfernten die Blechteile, teilte das Bezirkskommando in einer Aussendung mit. Auch einige blockierte Straßen mussten freigeräumt werden. "Die Lage hat sich mittlerweile in Niederösterreich beruhigt", teilte Resperger am Nachmittag mit.

Wir berichteten am Dienstag-Vormittag:

Ein heftiger Sturm fegte in der Nacht von Montag auf Dienstag über Niederösterreich. Bis zirka 7 Uhr morgens hatten die Feuerwehren dutzende Einsätze zu bewältigen. 

„Das Zentrum des Sturms lag eindeutig im Bezirk Neunkirchen. Alleine in diesem Bereich mussten die Feuerwehr 40 Mal ausrücken und hier vor allem in den Gemeinden Semmering, Breitenstein und Kirchberg am Wechsel“, berichtet Feuerwehrpressesprecher Franz Resperger.

In der Gemeinde Semmering wurden Teile eines Hausdach weggerissen und auf den benachbarten Bauhof geschleudert. In den Gemeinden Breitenstein und Kirchberg am Wechsel stürzten Bäume auf Stromleitungen, wodurch es zu Stromausfällen kam. Zudem kollidierte der Triebwagen einer Südbahngarnitur mit einem umgestürzten Baum, der auf den Gleisen lag. „Zum Glück kam es dabei zu keinen großen Schäden, auch wurde niemand verletzt“, führt Resperger weiter aus.

Weitere Sturmeinsätze wurden auch noch aus den Bezirken Sankt Pölten, Wiener Neustadt und Baden gemeldet. So wurden etwa im Bezirk St. Pölten 14 Sturmeinsätze in der Nacht (Schwerpunkt Loich, Kirchberg) sowie elf weitere am Dienstagvormittag (Neulengbach, St. Christophen, Obergrafendorf) verzeichnet. Unter anderem war ein Baum auf eine Bahnoberleitung in Oberradlberg gestürzt. Es gab keine Verletzten.

Resperger meinte Dienstagfrüh: „Wir gehen davon aus, dass viele Schäden erst in den Morgenstunden bemerkt werden. Die Aufräumarbeiten durch die Ereignisse in der Sturmnacht werden die Feuerwehren noch sicher bis in die Mittagsstunden beschäftigen.“