Heiße Spur fehlt weiter. Fall Kührer: Michael K. bleibt Hauptverdächtiger. Staatsanwalt brachte Beschwerde gegen Enthaftung ein. Exekutive setzt auf Tatortarbeit und hofft auf Ergebnis des Gerichts-mediziners.

Erstellt am 17. Juli 2011 (22:48)
VON GILA WOHLMANN

Es ist wie ein Puzzle, die Suche nach der Todesursache und nach einem möglichen Mörder von Julia Kührer – viele Mosaikteile – noch kein Ende in Sicht.
„Wir haben Argumente gesammelt, dass ein dringender Tatverdacht eine Untersuchungshaft rechtfertigt“, erläutert Karl Schober, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg. Am Freitagnachmittag brachte diese Beschwerde gegen die Enthaftung des Hauptverdächtigen Michael K. ein. Schober: „Nächste Woche wird diese dem Oberlandesgericht vorgelegt.“ Wie und wann dieses dann über die beantragte U-Haft entscheidet, läge im Ermessen des Gerichtes. Die Argumente, die den dringenden Tatverdacht erhärten sollen, wollte Schober aber nicht kundtun. „Keine spektakulären Entwicklungen“ hätte es in den letzten Tagen bei den Ermittlungen gegeben. „Jetzt ist kriminalistische Kleinstarbeit gefordert“, sagt Schober.

Dies bestätigt Helmut Greiner, Pressesprecher des Bundeskriminalamts: „Unser Fokus richtet sich weiterhin auf die Spurensicherung. Immer wieder gibt es Anfragen, warum nicht mehr Polizei bei der Tatortarbeit eingesetzt wird. Bei unseren Ermittlungen geht es aber um die Qualität, nicht um die Quantität. Es sind fünf bis sechs Ermittler der Tatortgruppe des Landeskriminalamts NÖ vor Ort. Mehr Leute würden sich nur im Weg stehen. Pro Raum werden zwei Ermittler eingesetzt, die sich abwechseln.“
So wurden jetzt am Anwesen Dietmannsdorf 3, wo Kührers Leiche lag, Tierknochen entdeckt. Ob es sich dabei um die Überreste der Hunde des Verdächtigen handelt, stünde so Greiner, noch nicht fest: „Ein veterinärmedizinischer Sachverständiger klärt dies nun ab.“

Lagerraum der Ex-Disko kriminaltechnisch untersucht
Auch ein Lagerraum der ehemaligen Videothek des Verdächtigen wird derzeit überprüft. Zu den Fahrzeugen von Michael K., die Hinweise geben könnten, stellt er fest: „Der Mazda steht für uns nicht unmittelbar im Zusammenhang, da er diesen erst nach ihrem Verschwinden erstand.“ In Litauen befindet sich ein zweites Fahrzeug mit einer passenden Fahrgestellnummer, doch derzeit könne man dazu nichts Genaueres sagen. Zum Deckenfund erläutert er: „Es wurden lediglich Faserfragmente sichergestellt. Leider wurden diese aber durch Verbrennen und die Feuchtigkeit im Erdkeller schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Experten rechnen sich aber Chancen aus, dass darauf DNA-Spuren gefunden werden.“

Zeugeneinvernahmen laufen, doch DER entscheidende Hinweis fehlt noch. Umso mehr hofft man jetzt auf ein aussagekräftiges Ergebnis des Gerichtsmediziners zur Todesursache.