Hilfe für den Katastrophenfall. Militärkommando und ABC-Abwehrschule unterstützen Land NÖ bei Strahlenschutz. Neuer Notfall-Plan gibt mehr Sicherheit bei Kernkraftwerksunfall, Einsatzorte sind festgelegt.

Erstellt am 01. Mai 2014 (12:37)
Militärkommandant Rudolf Striedinger (l.) und Landesrat Stephan Pernkopf mit einem einsatzbereiten Strahlenschutz-Soldaten.
NOEN, NLK Johann Pfeiffer
Auch 28 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wird der Strahlenschutz in Niederösterreich groß geschrieben. „Wir in Niederösterreich haben eine klare Entscheidung getroffen: Wir sagen NEIN zur Atomkraft und JA zu allen Formen der Erneuerbaren Energie. Die Vorfälle in Fukushima zeigen uns aber auf sehr tragische Art und Weise die verheerenden Auswirkungen radioaktiver Strahlung. Solange in unseren Nachbarländern Kernkraftwerke stehen, müssen wir uns leider auf derartige Szenarien vorbereiten“, betont Landesrat Stephan Pernkopf.

Militärkommandant Brigadier Rudolf Striedinger überreichte Pernkopf deshalb vor kurzem den komplett überarbeiteten und aktualisierten Dekontaminationsplan. Dieser Notfall-Plan enthält Maßnahmen zur Messung und Reinigung (Dekontamination) radioaktiv verstrahlter Personen, Fahrzeuge und Gerätschaften, wie sie nach einem Kernkraftwerksunfall möglich sind.

Geeignete Plätze sind festgelegt

Im Plan sind Orte festgelegt, die sich besonders gut für die Einrichtung dieser „Mess- und Waschplätze“ eignen. Aktuelle militärische Luftbilder ergänzen das Basismaterial. So kann rasch jenen Menschen geholfen werden, die sich möglicherweise mit radioaktiven Partikeln in der Nähe eines havarierten Kernkraftwerkes verunreinigt haben. „Dies schafft Sicherheit, die wir in einer derartigen Ausnahmesituationen unserer Bevölkerung geben wollen“, so Pernkopf und Striedinger.

Erste Planungen nach Tschernobyl

Die ersten Planungen wurden bereits kurz nach dem Unfall in Tschernobyl in enger Zusammenarbeit zwischen den Katastrophenschutzbehörden des Landes und dem Bundesheer in Niederösterreich entwickelt. Nun stehen nach monatelanger Detailarbeit der Erkundungstrupps der ABC-Abwehrschule Korneuburg neue „Dekopläne“ zur Verfügung. Die nächsten Schritte sind nun die Übergabe der Pläne und militärischen Luftbildaufnahmen an die zuständigen Bezirkshauptmannschaften und die örtliche Beübung mit den Dekontaminationseinheiten des Bundesheeres und den Einsatzorganisationen.

„Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit unser Fachwissen zum Schutz der Bevölkerung auch im Strahlenschutz einzubringen“, meint Striedinger.