Erstellt am 17. Januar 2017, 02:54

von Jutta Hahslinger

„Hilfskoch“ bestahl Gäste am Flughafen. Flughäfen als bevorzugtes Betätigungsfeld: Auf der Suche nach betuchten Opfern wurde Profidieb auch in Wien fündig.

In ganz Europa schlug der Kofferdieb zu, in Wien kam es zum finalen Touchdown.Bearbeitung: Alex König  |  hin255/Shutterstock.com, Bearbeitung: Alex König

„Ich habe bis kurz vor meiner Verhaftung gearbeitet, als Hilfskoch“, beteuert der 33-jährige Strassburger bei seinem Prozess in Korneuburg wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls.

„Was man halt so als Arbeit versteht. Bei Ihrem getrübten Vorleben frage ich mich, wie oft Sie eine Küche von innen gesehen und einen Kochlöffel geschwungen haben?“, kommentiert Richter Manfred Hohenecker harsch und listet zahlreiche Vorstrafen (in England, Frankreich, Belgien, Schweiz und Deutschland) des Franzosen auf: „Sie sind ja ganz schön herumgekommen. Sie haben sich auf Gepäckdiebstahl spezialisiert. Sie spähen betuchte Flugreisende aus, warten auf einen geeigneten Moment und schlagen zu. Bei der Opferauswahl haben sie in Schwechat ein gutes Auge bewiesen. An drei Tagen haben Sie Beute im Wert von 75.000 Euro gemacht.“

„Ja, ich habe gestohlen“, gibt der Franzose die Gepäckdiebstähle zu und pocht auf Verständnis: „Ich brauchte Geld wegen meiner Drogensucht.“

Damit beißt er beim Schöffensenat aber auf Granit: „Sie sind der Prototyp eines Kriminaltouristen“, bringt es Richter Manfred Hohenecker auf den Punkt und er verhängt über den Franzosen eine zweijährige Gefängnisstrafe. Rechtskräftig.