IM GESPRÄCH. NÖN: Als oberster Einsatzleiter der Feuerwehr: Wie viele Stunden haben Sie in der vergangenen Woche geschlafen?

Erstellt am 09. Juni 2013 (17:02)
NOEN, Photographer: Ing. Matthias Fisc

NÖN: Als oberster Einsatzleiter der Feuerwehr: Wie viele Stunden haben Sie in der vergangenen Woche geschlafen?
Fahrafellner: Vier bis fünf Stunden am Tag, mehr war nicht drinnen. Aber die Stimmung ist gut, auch bei der Truppe, und die Einsätze verlaufen sehr strukturiert.

Was war das eindruckvollste Erlebnis der letzten Tage?
Das war jenes, wo auf der Donau bei Wallsee fünf Personen mit dem Boot gekentert sind. Vier davon haben wir in kürzester Zeit herausgefischt, die fünfte Person haben wir gerettet, als sie nur mehr 29 Grad Körpertemperatur hatte. Die Geschichte war positiv und negativ zugleich, denn alle haben überlebt – aber sie hatten dort eigentlich nichts zu suchen.
 

„Bundesheer hat Geräte und Personal, das wir eben nicht haben“


Phänomen Schaulust: Wie groß ist dieses Problem tatsächlich?
Schaulustige gab’s schon immer, das Problem ist einfach, dass sich viele der Gefahr nicht bewusst sind, in die sie sich begeben. Wenn ich hinter einer mobilen Schutzwand spazieren gehe und ein Teil der Wand löst sich, ist das das Todesurteil. Auch die hohe Fließgeschwindigkeit von Hochwasser-führenden Flüssen wird immer wieder stark unterschätzt, ebenso wie die großen Mengen an gefährlichem Treibgut.

Gibt es die kolportierte Konkurrenz zwischen Bundesheer und Feuerwehren?
Nein. Ich habe eher den Eindruck, das war eine verlängerte Berufsheer-Debatte. In NÖ arbeiten wir hervorragend zusammen. Außerdem hat das Bundesheer Geräte und Personal, das wir eben nicht haben.