Harald Wallner: "Wird extrem“. Harald Wallner ist den Borkenkäfern mit der Drohne auf der Spur.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. Mai 2018 (01:21)
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Harald Wallner

NÖN: Gibt es wegen des Borkenkäfers für Sie schon viel zu tun?

Harald Wallner: Im Moment noch nicht, weil der Wald noch nicht sein volles Laub hat und die Multispektralkamera sonst noch austreibende Bäume als Totholz erkennen würde. Der Borkenkäfer ist schon aktiv und es wird heuer aufgrund der warmen Witterung im Frühjahr extrem werden.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wallner: Vorab wird eine genaue Flugplanung durchgeführt. Ein Einsatz des Multicopters, bei dem die darauf montierte Spezialkamera Luftaufnahmen macht und Bäume fotografiert, dauert pro Flug 20 Minuten. Dabei wird eine Fläche von zehn Hektar überflogen.

Wer nimmt Ihre Dienste in Anspruch?

Wallner: In erster Linie Forstverwaltungen, auch private Land- und Forstwirte. Ich biete das jetzt seit rund zwei Jahren an. Im Vorjahr war mein Einsatz vor allem im Waldviertel gefragt.

Warum lohnt sich ein Drohnenflug zur Borkenkäferbekämpfung?

Wallner: Weil man sich durch die Früherkennung der erkrankten Bäume viel Zeit, Geld und die mühevolle Suche zu Fuß großteils ersparen kann, da man nach Auswertung der Bilder gezielt zu den befallenen Bäumen gehen kann. Außerdem wird so zeitgerecht einer weiteren Ausbreitung des Borkenkäfers Einhalt geboten.

Wo kann die Drohne noch helfen?

Wallner: Ich suche für Landwirte und Jäger, bevor die Wiesen gemäht werden, Rehkitze, damit diese nicht verletzt werden, und mache technische Einsätze, z. B. für Windanlagenbetreiber.

Interview: Gila Wohlmann

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