Hauser: „Vorwarnzeiten fallen weg“ . Thomas Hauser, Landesgeschäftsführer des Zivilschutzverbandes über Prävention im Gespräch.

Erstellt am 19. Juni 2018 (01:52)
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NÖN: Die Witterung hat sich hierzulande verändert. Plötzliche Starkregenereignisse verursachen immense Schäden. Was kann der Zivilschutzverband machen?

Thomas Hauser: Unser Schwerpunkt heuer lautet „wetterbedingte Naturgefahren“. Wir bringen mit unserem Tourbus Infos in die Gemeinden und für die Zivilschutzbeauftragten bieten wir in der Zivilschutzschule dazu spezielle Kurse an.

Was sind die Herausforderungen bei lokalen Wetterereignissen?

Hauser: Diese sind kaum genau vorhersagbar. Solche Schlechtwetterfronten entstehen binnen kürzester Zeit, wo das Gewitter dann heruntergeht, ist schwer einzuschätzen. Die Vorwarnzeiten fallen weg. Es sind immense Regenmengen, konzentriert an einem Ort, die Kanäle oder Dachrinnen nicht mehr fassen können. Mehrtägige Landregen gibt es kaum noch. Der Klimawandel zeigt sich.

Welchen Stellenwert messen Sie der Bodenversiegelung bei diesen Ereignissen bei?

Hauser: Die freien Flächen werden weniger, im Privatbereich werden Gartenhütten oder Carports errichtet. Das Wasser hat nur noch wenige Möglichkeit, abzufließen oder zu versickern.

Was kann der Bürger tun, um die Schäden zu minimieren?

Hauser: Die Gemeinden können durch Katastrophenschutzpläne, die in Zusammenarbeit mit Behörden und der Feuerwehr erstellt werden, im Falle einer solchen Naturkatastrophe gezielter agieren. In privaten Haushalten kann durch Rückstauklappen im Kanalbereich ein Eindringen plötzlicher Wassermassen verhindert werden. Gila Wohlmann