Michael Korvas: "Unfall ist nur eine Frage der Zeit". Michael Korvas ist Leiter der Hubschrauberflugschule des Innenministeriums.

Erstellt am 01. Mai 2018 (02:20)
Michael Korvas 
BMI

Welche Aufgabe hat die Flugpolizei bei Ermittlungen nach Laserpointer-Attacken?

Michael Korvas: Die Flugpolizei wird immer wieder von der Austro Control um Hilfe gebeten, Laserblendungen von Piloten zu lokalisieren und Täter dingfest zu machen.

Wurden auch schon BMI-Hubschrauberpiloten geblendet?

Korvas: Das ist schon öfters vorgekommen. In Wien-Döbling beteiligte sich der Polizeihubschrauber im Dezember 2016 an einer Fahndung, als plötzlich ein grüner Lichtstrahl die Piloten blendete. Die behielten dank des Autopiloten die Kontrolle und wichen dem Laserstrahl aus, die Fahndung musste aber unterbrochen werden.

Wurde der Täter ausgeforscht?

Korvas: Ein Jugendlicher, der vermutlich aus dem Kinderzimmer den Hubschrauber ins Visier genommen hat, wurde ausgeforscht. Wir nutzen für solche Fälle ein Kamerasystem, bestehend aus drei Kameras in Verbindung mit einem Navigationsortungssystem sowie spezielle Nachtsichtbrillen.

Was kann die Polizei generell gegen diese Attacken tun?

Korvas: Angesichts der steigenden Anzahl von Laser-Attacken ist es nur einer Frage der Zeit, bis es zu einem tragischen Unfall kommt. Wir setzen daher auf Aufklärung. Ein Laserpointer muss klassifiziert und gekennzeichnet sein. Niemals sollte mit einem Laserpointer auf Personen und vor allem nicht ins Gesicht gezielt werden, ebenso nicht auf Verkehrsmittel oder andere Fahrzeuge. Laserpointer gehören auch keinesfalls in die Hände von Kindern.

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