Corona: Zahl der Infizierten auf über 2.000 gestiegen. In Österreich ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Personen am Donnerstag auf über 2.000 gestiegen. Mit Stand 14.30 Uhr waren dem Gesundheitsministerium 2.013 Fälle bekannt. Die offizielle Zahl der Toten stieg indes auf sechs Personen an. In Wien erlag eine Frau der Viruserkrankung.

Von APA, Redaktion. Update am 21. März 2020 (08:33)
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In Österreich ist die Zahl der mit Coronavirus infizierten Personen am Donnerstag auf über 2.000 gestiegen. Mit Stand 19.15 Uhr waren dem Gesundheitsministerium 2.157 Fälle bekannt, die offizielle Zahl der Toten (Stand: 14.30) macht sechs Personen aus. Italien hat indes mehr Todesfälle als China gemeldet und ist mit über 3.400 Opfern das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten weltweit.

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In Österreich ist die Zahl der Infizierten innerhalb von 24 Stunden um rund 400 Personen gestiegen, bei den offiziell bestätigten Todesfällen nach einer SARS-CoV-2-Infektion beträgt die Zunahme eins im Vergleich zum Vorabend. Die aktuellen Fälle nach Bundesländern mit Stand 19.15 Uhr laut Gesundheitsministerium: Burgenland (32), Kärnten (62), Niederösterreich (317), Oberösterreich (392), Salzburg (136), Steiermark (297), Tirol (482), Vorarlberg (164) und Wien (275).

Noch nicht mit einberechnet waren am Donnerstagabend eine 94 Jahre alte Frau, die in Wien durch das Coronavirus ums Leben gekommen war und eine 48-jährige, bei der zuletzt noch unklar war, ob sie an einer Infektion verstorben ist - es sind dies der dritte und vierte offiziell bestätigte Todesfall in Wien. Diese zwei Fälle waren in der Statistik für 14.30 Uhr noch nicht miteinberechnet. Beim Wiener Krisenstab galten beide als bereits bestätigte Fälle.

Ab heute, Donnerstag, 19.00 Uhr werden die Botschaften und ähnliche Objekte in Wien nicht mehr von der Polizei, sondern vom Bundesheer bewacht. 40 Soldaten des Kommandos Militärpolizei stehen im Einsatz, um die Exekutive für den Kampf gegen das Coronavirus zu entlasten, teilte das Verteidigungsministerium mit. Dieser Assistenzeinsatz soll vorerst drei Monate dauern.

In allen Teilen Österreichs waren weiterhin umfassende Maßnahmen in Kraft, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Tirol waren weiter alle 279 Gemeinden unter Quarantäne. Aufgrund der aktuellen Situation entschloss sich die Geschäftsführung des Flughafen Innsbruck in Absprache mit den Eigentümern dazu, vorläufig den Betrieb bis auf Notfälle einzustellen. Der Flughafen soll damit ab Montag geschlossen werden. Für die Mitarbeiter sei ab dem 1. April Kurzarbeit geplant.

Die Spielplätze und Parks in Österreich dürfen trotz der Coronakrise vorerst geöffnet bleiben, die könne sich laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) aber noch ändern. Gemeinsam mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) appellierte er dringend an die Bevölkerung, die Ein-Meter-Abstandsregel einzuhalten. Einzelne Gemeinden können jedoch strengere Regeln erlassen, betonte man auf Nachfrage im Gesundheitsressort.

Das Wetter kommt den Vorgaben der Regierung im Kampf gegen das Coronavirus ab dem Wochenende entgegen: Am Freitag wird es nochmals frühlingshaft, am Samstag folgt ein Umschwung mit Regen, in der Folge sind Schneeschauer bis in tiefe Lagen zu erwarten, prognostizierte die ZAMG am Donnerstag. Also: Am besten zu Hause bleiben!

Nach der Einführung von Kontrollen an den Grenzen zu Italien, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland wegen des Coronavirus werden ab Freitag auch die ungarische und slowenische kontrolliert. Die Kontrollen - samt Checks auf das Coronavirus - werden damit auf nahezu alle Nachbarländer außer Tschechien und der Slowakei ausgeweitet. Geplant sind sie bis 7. April.

Auch das Bundeskanzleramt ist für allfällige Infektionsfälle im engsten Stab gerüstet. Für Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seine direkten Mitarbeiter wurden u.a. bereits Notbetten im Kanzleramt aufgestellt. Damit wäre im Fall einer Ansteckung eine Isolation für das Kernteam im Kanzleramt möglich und das Weiterarbeiten gesichert.

Angesichts der steigenden Zahlen schwer erkrankter Corona-Patienten warnen inzwischen nicht nur Spitäler, sondern auch die heimischen Notfallmediziner vor einer Überlastung der notärztlichen Versorgung. Alleine im Uniklinikum Salzburg sind derzeit rund 200 Ärzte, Pflegekräfte und weitere Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne

Das Nachbarland Italien hat am Donnerstag mehr Todesfälle als China gemeldet und ist mit über 3.400 Opfern das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten auf der Welt. Genau 3.405 Todesopfer wurden seit Beginn der Epidemie am 21. Februar gemeldet. Italiens katholische Bischöfe haben für diesen Donnerstagabend zu einem Rosenkranzgebet gegen das Coronavirus aufgerufen. Für 21.00 Uhr sind alle Italiener zu "einem Moment des Gebets für das ganze Land" angehalten.

(S E R V I C E - Die Coronavirus-Hotline der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 555 621 sieben Tage in der Woche von 0-24 Uhr zur Verfügung. Wer Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu Hause bleiben, das Gesundheitstelefon 1450 anrufen und die dort erhaltenen Anweisungen genau befolgen. Aktuelle Zahlen für Östereich: https://info.gesundheitsministerium.at/)