Restaurant-Betreiber für Einbrüche ausspioniert. Mitgliedern einer offensichtlich international tätigen kolumbianischen Bande ist in Niederösterreich das Handwerk gelegt worden.

Von Redaktion, APA. Update am 10. August 2017 (13:34)
LPD NÖ
Täter ausgeforscht

Den Beschuldigten werden je vier Wohnhaus- und Wohnungseinbrüche und ein derartiger Versuch bei Geschäftsleuten aus Asien, vorwiegend Betreibern von China-Restaurants, zur Last gelegt. Der Schaden wurde am Donnerstag mit 450.000 Euro beziffert.

Die Tatverdächtigen hatten nach Angaben des Landeskriminalamtes NÖ ihre Opfer bzw. deren Lebensgewohnheiten ausspioniert und dann zugeschlagen. Die Einbrüche seien zumeist untertags verübt worden, sagte Chefinspektor Gerhard Walli. Der entscheidende Hinweis auf die Gruppe sei von einer Frau gekommen, die bemerkt hatte, dass sie von einem Auto verfolgt und beobachtet wurde.

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Letztlich klickten für vier kolumbianische Staatsbürger auf dem Flughafen Wien die Handschellen. Eine 34-Jährige und drei Landsmänner (32, 36, 44) wurden festgenommen, als sie ausreisen wollten. Im Gepäck fanden sich u.a. Silbermünzen, Rollen mit Euros, Uhren, Laptops und asiatischer Schmuck. Das Quartett wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Gegen einen weiteren mutmaßlichen Komplizen wurde EU-Haftbefehl erlassen.

Die Tatorte befanden sich in Vösendorf und Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) sowie in mehreren Wiener Bezirken. Die Beute dürfte zum überwiegenden Teil per Pakettransfers nach Kolumbien geschickt worden sein, berichteten die Ermittler.

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Die Bande war vermutlich europaweit tätig, sagte der Chef des Landeskriminalamtes, Omar Haijawi-Pirchner. Ermittelt würde bzw. wurde auch in Schweden, Belgien, Italien, Deutschland und in der Schweiz.