Feuerwehr und Jungrotkreuz helfen ohne Vorurteile. Feuerwehr und Jugendrotkreuz bieten Menschen mit Beeinträchtigungen reiches Betätigungsfeld. Jeder kann individuellen Beitrag leisten, von Erster Hilfe bis zur Pressearbeit.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 30. Januar 2018 (01:50)
FF Türnitz
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner mit Heinz Falkensteiner.

Dass behinderte Menschen bei den Freiwilligen Feuerwehren und anderen Rettungsorganisationen integriert werden, ist in Niederösterreich seit Jahren gelebte Praxis. Vor allem körperbehinderte Menschen finden ein reiches Betätigungsfeld. So darf die FF Türnitz auf Heinz Falkensteiner verweisen, der seit Jahren für die Pressearbeit der FF-Truppe zuständig ist. Er ist seit seinem Verkehrsunfall auf den Rollstuhl angewiesen.

„Natürlich wird kein Rollstuhlfahrer zu einem Atemschutzträger ausgebildet, kann aber sehr wohl in der Verwaltung oder in der Jugendausbildung wertvolle Dienste leisten“, sagt FF-Pressesprecher Franz Resperger. Bei den Landesfeuerwehrleistungsbewerben dürfen die gehandicapten Florianis in der Kategorie Bronze antreten, Silber nicht, da hier aufgrund eingeschränkter Mobilität doch Grenzen gesetzt sind.

Integration als Verpflichtung

„Wir sehen es als unsere Verpflichtung, diese Menschen in unsere Organisation zu integrieren, weil wir wissen, dass die Koexistenz zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen Verhaltensmuster auf menschlicher Ebene verändert. Man wird mit deren Alltagsproblemen konfrontiert, lernt, Rücksicht zu nehmen“, so Resperger. Außerdem: „Bei uns gibt’s für alle genug Arbeit. Jeder wird nach persönlichen Fähigkeiten eingesetzt. Wir machen keine Unterschiede.“

„Kein Wenn und Aber“ gibt es auch beim Jugend-Rot-Kreuz, wenn es um Integration aller geht. Günter Kerschbaumer, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Sollenau-Felixdorf, sitzt seit einem Unfall im Rollstuhl.

„Inklusion spielt bei uns eine ganz große Rolle. Wir haben einige Kinder und Jugendliche, die in unterschiedlichster Form beeinträchtigt sind – mit Diabetes, schwerer Legasthenie, diversen körperlichen wie geistigen Beeinträchtigungen, aber auch Kinder, die einfach Lernschwächen haben oder deren Muttersprache nicht Deutsch ist“, sagt Daniela Koller, Abteilungsleiterin der Rot-Kreuz-Landesjugend.

So ist der zehnjährige Alexander Kaltenbrunner – er hat Mikrosomie (Kleinwüchsigkeit) – aktives Jugendrotkreuz-Mitglied bei der Jugendgruppe Blindenmarkt. „Mir gefällt der Zusammenhalt in der Gruppe“, sagt Alexander. „Focus unserer Arbeit liegt darin, humanitäre Werte zu vermitteln. Jeder kann seinen Beitrag leisten gemäß unserem Motto ,Wir haben die passende Jacke für Dich!‘“, so Koller.