Trimmel: „Hubschrauberrettung in NÖ ist weltweit top“. Helmut Trimmel, leitender Notarzt am Stützpunkt Wr. Neustadt, über Einsätze in der Krise.

Von Walter Fahrnberger. Update am 28. April 2020 (14:37)
Helmut Trimmel ist leitender Notarzt am ÖAMTC-Flugrettungs-Stützpunkt in Wr. Neustadt.
ÖAMTC/Postl

NÖN: Niederösterreich hat drei Flugrettungs-Stützpunkte und wird von zwei weiteren mitbetreut. Nun wurde in der Coronakrise die Disposition noch effizienter. Ist die medizinische Notfallversorgung im Land aktuell so gut wie noch nie?

Helmut Trimmel: Da hat sich sehr viel bewegt. Das hat die Verfügbarkeit der Hubschrauber, die von vornherein sehr gut ist, noch verbessert. Ja, man kann ja sagen, Niederösterreich ist wahrscheinlich weltweit – vielleicht mit Tirol – der Platz, wo es die größte Verfügbarkeit von Hubschrauberrettung weltweit gibt.

Werden Sie Erfahrungen aus der Coronakrise für die Zukunft mitnehmen?

Trimmel: Freilich. Man lernt immer dazu. Unsere Sanitäter, Ärzte und die Piloten haben, unterstützt mit unserer eigenen Ausbildungsakademie für Flugrettung (Air-Rescue College), sofort verschiedene Strategien für den Umgang mit Infektionspatienten entwickelt. Ebenso werden wir mit den Leitstellen Gespräche führen, um in Zukunft die Disposition so beizubehalten, weil es wirklich sehr trennscharf ist. Ich sehe das auch im Krankenhaus. Es wird sehr gut entschieden, wo ich einen Notarzt hinschicken muss und wo nicht.

Hatten Sie einen erwähnenswerten Einsatz in der Krisenzeit?

Trimmel: Abgesehen von Verlegungen der Coronakranken gab es in dieser Phase die gleichen Einsätze wie sonst. Das ist auch unter solchen außergewöhnlichen Umständen Business as usual. Wir haben in Wr. Neustadt eine über 30-jährige Flugrettungsgeschichte. Hier arbeiten Vollprofis in allen Bereichen. Die Patienten haben in der Krise keinen Unterschied in der Behandlung zu fürchten.