Coronavirus: Darf ich gebuchte Reise stornieren?. Die Arbeiterkammer informiert auf ihrer Website über Stornobedingungen von bereits gebuchten Reisen ins vom Virus betroffene Gebiet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. Februar 2020 (10:27)
shutterstock.com/SamaraHeisz5

Ich habe eine Reise nach Italien gebucht – und jetzt breitet sich dort das Corona-Virus aus! Vor dieser Thematik stehen viele, die bald in das beliebte Urlaubsland der Österreicher reisen wollen. Darf man aber einfach die Reise stornieren, wenn es Bedenken gibt? Das kommt drauf an, informiert die Arbeiterkammer auf ihrer Website. Nämlich ob es sich um eine Pauschal- oder Individualreise handelt, den Reisezeitpunkt und das konkrete Reiseziel.

Ein kostenloses Storno ist jedenfalls laut Arbeiterkammer nur dann möglich, wenn „Urlaubsantritt und die Gefahrensituation zeitlich eng beieinanderliegen.“ Liegt also das Reiseziel nicht in der unmittelbar vom Virus betroffenen Region und ist zudem der Urlaubsstart erst in einigen Wochen, dann heißt es zuwarten. Eine Reisewarnung des Außenministeriums wäre in jedem Fall ein Rücktrittgrund. Die Arbeiterkammer rät, umgehend Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufzunehmen und sich über die Website des Außenministeriums über Sicherheitswarnungen zu informieren.

Für Pauschalreisende gilt jedenfalls: „Sie haben das Recht, vor Antritt der Reise kostenlos vom Pauschalreisevertrag zurückzutreten, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Anreise erheblich beeinträchtigen. Außergewöhnliche Umstände sind beispielsweise Kriegshandlungen am Reiseziel, Naturkatastrophen oder der Ausbruch einer schweren Krankheit am Reiseziel“, informiert die Arbeiterkammer.

Nur:  „Wann außergewöhnliche Umstände vorliegen, muss jedoch anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls beurteilt werden.“

Kein Storno-Recht für Individualreisende

Individualreisende haben jedoch generell kein Recht auf ein kostenfreies Storno – außer, das Hotel liegt etwa im Sperrgebiet und kann daher nicht erreicht werden. Andernfalls würden die Stornokosten anfallen – man könne sich nur mit dem Vertragspartner auf eine Kulanzlösung verständigen, insofern das möglich ist. Bei Flügen ist es ratsam, sich auf der Homepage der Fluglinie zu informieren, ob es Flugstopps gibt – wie etwa bei manchen Flügen nach China.

Wer sich gerade an einem Urlaubsort befindet, wenn das Coronavirus ausbricht, sollte sich unbedingt an den Reiseveranstalter wenden – er muss laut Arbeiterkammer die Rückreise organisieren und zahlen, wenn die Rückreise von der Pauschalreise erfasst war. Individualreisende müssen ihre Rückreise selbst organisieren.