Energieversorger drehen vorerst keine Gashähne zu. Große österreichische Energieversorger haben wegen der aktuellen Kältewelle die Gasabschaltungen gestoppt. Kunden mit Zahlungsrückständen müssen also, solange die eisigen Temperaturen anhalten, nicht fürchten, dass ihnen der Gashahn abgedreht wird.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 26. Februar 2018 (13:04)
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"Bei uns wird bei solchen Temperaturen nicht abgeschaltet", sagte der Pressesprecher des niederösterreichischen Landesenergieversorgers EVN, Stefan Zach, auf Anfrage. Die Wiener Netze nehmen während der Kältewelle ebenfalls keine Abschaltungen vor. In Wien gilt der Stopp vorerst bis Ende kommender Woche. Auch bei der Energie Steiermark heißt es, man nehme Rücksicht auf die Situation. Das gelte auch für Kunden, die mit Strom heizen.

Abschaltungen sind streng geregelt. Dennoch wird jährlich einigen tausend Kunden wegen Zahlungsverzugs der Gashahn abgedreht. Ein Gutteil der Abschaltungen entfällt auf Wien, wo rund 600.000 Haushalte mit Gas heizen. Das ist rund die Hälfte aller Gaskunden österreichweit.

Mindestens zwei Mahnungen notwendig

Seit 2013 müssen mindestens zwei Mahnungen verschickt werden, bevor das Gas abgedreht werden darf. Außerdem sind Abschaltungen vor einem Wochenende oder einem Feiertag verboten, damit das Gas möglichst rasch wieder aufgedreht werden kann.

In sozialen Härtefällen arbeiten die Energieversorger mit Hilfseinrichtungen zusammen. Die Energie Steiermark beispielsweise hat im Jänner der Caritas 100.000 Euro für einen Akuthilfe-Fonds zur Verfügung gestellt. Bei den Wiener Netzen ist eine Ombudsstelle eingerichtet, die mit Sozialeinrichtungen in Kontakt steht. Laut E-Control galten 2014 rund 117.000 Haushalte als von Energiearmut betroffen.