Kein Geld? Teens auf Raubtour. Alkoholsüchtige Teenager überfielen in St. Pölten ältere Menschen. Sie müssen zum Entzug.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 15. August 2017 (02:14)
Symbolfoto: Andrey_Popov/Shutter-stock.com
Die Jugendlichen suchten sich vermeintlich wehrlose Opfer aus.

„Überfälle auf Wehrlose zeigen den miesen Charakter, den die Angeklagten an den Tag gelegt haben“, sagt ein Richter im Prozess gegen zwei Jugendliche. Drei Raubüberfälle auf ältere Menschen werden den Burschen vorgeworfen am Landesgericht St. Pölten.

Beide 17-Jährigen sind dem Alkohol verfallen. Bei einer Entzugstherapie lernten sie sich kennen, bei einer Sauftour in St. Pölten trafen sie sich wieder. „Weil wir kein mehr Geld hatten, haben wir beschlossen, Geld zu machen“, erzählt einer der Angeklagten im Prozess.

Einer Pensionistin, die in der Dr.-Karl-Renner-Promenade mit ihrem Hund Gassi ging, wollten sie die Geldbörse stehlen. „Einer hat an der Hundeleine gezogen und hergetreten“, berichtet das Opfer bei einer Einvernahme. Weil die Frau laut schrie, ließ das Duo vom Vorhaben ab.

Die Börse aus der Hosentasche ziehen wollten die Burschen dann einem Mann. Der rannte aber davon und die Jugendlichen gingen wieder leer aus.

Einer 60-Jährigen raubten sie dann in der Schulgasse die Handtasche. „Ich bin grad vom Friseur gekommen, da sind zwei Vermummte vor mir gestanden. Weil ja Fasching war, hab’ ich mir nicht viel dabei gedacht. Und da hat mich dann auch schon einer am Krawattl gehabt und mir die Tasche entrissen“, sagt sie. Mit der Beute – mehrere Hundert Euro – kamen die Räuber nicht weit. Ein Zeuge schnappte sie und rief Polizei.

Die Urteile: je zwei Jahre bedingte Strafe und Alkoholentzugstherapie (rechtskräftig).