Keine Spur von Heidrun. SEIT 10 JAHREN VERMISST / Heidrun Wastl aus Wiener Neustadt verschwand im September 2001.

Erstellt am 26. September 2011 (00:00)
NOEN
Ehemann Paul mit seiner Heidi Wastl. Nach ihrem Verschwinden gab es sogar einen Beitrag in »Aktenzeichen XY ungelöst«, aber auch das brachte in diesem Fall keinen Durchbruch.
VON MATHIAS SCHRANZ

NOEN
x
Es ist ein Jubiläum, an dem es nichts zu feiern gibt. Seit zehn Jahren ist die Wiener Neustädterin Heidrun Wastl verschwunden. Was am 28. September 2001 passiert ist, weiß niemand. Jahrelang brachte der Fall die Ermittler ins Schwitzen, bis heute herrscht das große Rätselraten. Der Fall schaffte es im Jahr 2003 sogar in die TV-Serie „Aktenzeichen XY ungelöst“. Zwar gingen daraufhin viele Hinweise ein, einen Durchbruch gab es im „Fall Wastl“ aber nie.

Polizei geht von einem  Gewaltverbrechen aus
Fest steht bisher: Die damals 38-jährige Frau brachte ihren Sohn am Vormittag von Wiener Neustadt in einen Kindergarten ins benachbarte Neudörfl. Danach fuhr sie wieder nach Hause, wo sie von einem Tischler zum letzten Mal gesehen wurde. Als der Sohn nicht vom Kindergarten abgeholt wurde, schrillten bei Ehemann Paul alle Alarmglocken – bis heute hat niemand Heidrun Wastl wieder gesehen.

Dass die Kindergartenhelferin von sich aus „ausgestiegen“ ist, ist unwahrscheinlich. Denn sowohl Reisepass als auch sämtliche andere Dokumente wurden zurückgelassen. Die Polizei geht von einer Gewalttat aus: „Es gibt zwar keine Leiche, dennoch gehen wir davon aus, dass Frau Wastl nicht mehr am Leben ist“, sagt Inspektor Herbert Thalhammer von der Wiener Neustädter Kriminalpolizei. Dennoch könnte der Fall bald von der „Cold Case Abteilung“ des Bundeskriminalamts übernommen werden. Wie Sprecher Oberst Helmut Greiner bestätigt, wird die Spezial-Abteilung für Vermisste ein Auge auf den Fall werfen. „Im Oktober wird der Akt durchgesehen und entschieden, ob es zu neuen Ermittlungen kommt.“

Ehemann Paul denkt  jeden Tag an seine „Heidi“
Nur langsam zur Ruhe kommt Ehemann Paul Wastl. Seit zehn Jahren gebe es einen Tag, an dem er nicht an seine Frau denke. Kraft sammelt er unter anderem in einem Kloster in Wöllersdorf: „Dort sind Menschen mit einem offenen Herzen.“Ob er damit rechnet, dass seine Frau auf einmal in der Türe steht: „Ich weiß nicht, was passieren wird.“ Allerdings hat er auf dem Wiener Neustädter Friedhof eine Parzelle zur Gedenkstätte umfunktioniert, die besucht er regelmäßig. „Damit ich langsam abschließen kann.“