„Es gibt im Kosovo noch viel zu tun“. 470 österreichische Soldaten im Einsatz zur Friedenssicherung und Vorbeugung gegen Terror.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 20. September 2016 (08:23)
NOEN, Bundesheer/Pusch
Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil traf bei seinem Besuch im Kosovo die dort stationierten Soldaten des Österreichischen Bundesheeres, darunter auch Toni Inurean (aus Felixdorf), Tina Plocek (Kautzen) als eine der elf Frauen und Philipp Beer aus Gaweinstal (v. l.). Mit 147 KFOR-Soldaten stellt Niederösterreich das größte Kontingent der 470 Mann/Frau starken rot-weiß-roten Abordnung.

Seit 1999 sind Soldaten des Österreichischen Bundesheeres als Unterstützung zur Friedenssicherung und des Wiederaufbaus im Kosovo stationiert. 17 Jahre nach dem Kosovo-Krieg hat sich die Situation dort stark verbessert. „Hier ist viel passiert. Die Fortschritte sind gewaltig“, erklärt der österreichische Botschafter im Kosovo, Gernot Pfandler aus Gmünd. Stromausfälle und Wasserabschaltungen gehören quasi der Vergangenheit an – Straßen sowie nötige Infrastruktur sind bereits in Ordnung.

Doch ein Ende der internationalen KFOR-Mission (Kosovo Force) scheint nicht in Sicht. „Es gibt hier noch viel zu tun“, weiß der Botschafter. Vor allem der völkerrechtliche Status des Landes ist noch ungeklärt. 112 Nationen haben den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Serbien tut das noch nicht.

4.500 Soldaten aus 31 Ländern

Aktuell sind 4.500 Soldaten aus 31 Ländern im Kosovo stationiert, um für Stabilität zu sorgen. Bis zum Jahr 2008 waren es noch 14.000. Für das österreichische Bundesheer, das 470 Soldaten (darunter elf Frauen) stellt, ist die KFOR-Mission nach wie vor der größte Auslandseinsatz.
Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) unterstrich bei seinem Besuch im KFOR-Camp in der Hauptstadt Pristina, warum Österreich weiterhin im Kosovo vertreten sein wird: „Es ist hier wie mit einem unterirdischen Lavastrom, wo immer etwas passieren kann.“

Hauptproblem ist die Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 70 Prozent. „Daher ist die Islamisierungsbereitschaft sehr hoch und somit die Gefahr von Terror gegeben“, will Doskozil mit dem Auslandseinsatz vorbeugen. Seit 2012 sind 232 Kosovaren als IS-Kämpfer für den Islamischen Staat in den Krieg gezogen.