Mehr verletzte Kinder im Lockdown. Kinder im Alter bis fünf Jahren haben sich im Lockdown besonders oft zu Hause verletzt.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:35)
Kinder bis zu fünf Jahren haben sich laut KFV während des Lockdowns häufiger zu Hause verletzt.
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Gemeinsam mit dem Klinikum Donaustadt (vormals SMZ Ost) hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) Kinderunfälle im Wohnbereich analysiert – und zwar für die Zeit der Ausgangsbeschränkungen. Da zeigte sich, dass es besonders bei Klein- und Vorschulkindern mehr Unfälle gegeben hat. Neben der natürlichen Neugier bei dieser Altersstufe der sogenannten „Weltenentdecker“ spielt auch deren Bewegungsdrang eine große Rolle. Verdoppelt haben sich demnach Kopfverletzungen nach Stürzen, Verbrennungen und Verletzungen durch Verschlucken oder Einatmen von Fremdkörpern.

Alexander Rokitansky, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie am Klinikum Donaustadt, sagt, dass sich auch der Schweregrad der Verletzungen bei Kindern bis fünf Jahre im Lockdown erhöht hat: Operationen nach Verletzungen stiegen in dieser Altersgruppe um ein Drittel. „Kinder fallen aus dem elterlichen Bett, verschlucken Batterien, atmen Erdnüsse auf dem Couchtisch ein oder verletzen sich an zerbrochenen Gegenständen“, nennt Rokitansky klassische Muster. „Viele Eltern wollen ihre Kinder selbst erstversorgen, teils mit Kaffeesud oder Zahnpasta“, nennt der Mediziner untaugliche Methoden und empfiehlt: „Bringen Sie Ihr Kind ins Krankenhaus, wir haben auch in der Coronapandemie genügend Ressourcen!“ Auch sollten sich Eltern in Erster Hilfe weiterbilden.

Für Niederösterreich gibt es keine fundierte Datenlage, da der Wohnbereich laut Landesgesundheitsagentur-Sprecher Bernhard Jany nicht separat ausgewertet wird.