Dreifacher Vater missbrauchte eigene Kinder. Dem Landeskriminalamt gelang ein großer Schlag gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie: Ein 43-jähriger Bosnier konnte nach einem Zeugenhinweis festgenommen werden.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 02. Juli 2020 (11:45)

Der Mann hatte seine drei eigenen Kinder und auch die Tochter einer Freundin jahrelang missbraucht. Die grausamen Bilder der Taten bot er auf einschlägigen Websites und über WhatsApp an.

Bei seiner Festnahme auf offener Straße in Wien Landstraße wehrte sich der gebürtige Bosnier heftig; wie sich herausstellte, hatte der Mann auch eine illegale Faustfeuerwaffe bei sich. Die konnte er dank des schnelle Zugriffs der Polizei nicht mehr einsetzen.

Missbrauch der eigenen Kinder seit 2003

Am 5. Dezember war es der Polizei gelungen, die Identität des Mannes zu klären. Mit seiner Festnahme endete der jahrelange Leidensweg seiner Opfer vorerst. Seit dem Jahr 2003 hatte der 43-Jährige seine beiden Töchter, heute 19 und 21 Jahre alt, beinahe täglich missbraucht und misshandelt.

Auch der heute 9-jährige Sohn blieb von dem perversen Treiben des Vaters nicht verschont: Im Sommer 2019 wurde das Kind bei einem Heimaturlaub in Bosnien Opfer des Vaters. Als die Familie 2009 nach Wien zog, setzte der Pädophile seine Taten fort. Sogar die heute siebenjährige Tochter einer Freundin war sein Opfer, immer dann, wenn der Mann sie am Wochenende „betreute“.

Betäubt und missbraucht

In einer Wohnung in Wien Favoriten wurde das Kind mit Alkohol und Liquid Ecstasy betäubt und dann schwer sexuell missbraucht. Die Bilder der Handlungen gab der Bosnier per WhatsApp weiter. Noch am Nachmittag des 7. Dezember 2019 bot er das Mädchen gegen einen vierstelligen Euro-Betrag in Wiener Neustadt zum Missbrauch an.

Vier „Kunden“ angezeigt

Bei der Auswertung seines Mobiltelefons fanden die Kriminalisten zahlreiche einschlägige Video- und Bilddateien. Der Beschuldigte hatte diese Dateien an mindestens vier Kontakte  weitergeleitet, fünf Männer konnte die Polizei als Empfänger ausforschen: Zwei syrische Staatsbürger (34 und 35), einen 28-jährigen Afghanen und einen 55-jährigen Österreicher. Diese Männer wurden bei den zuständigen Staatsanwaltschaften angezeigt. Nach weiteren Verdächtigen fahndet die Polizei.

Mutmaßlicher Täter streitet alles ab

Der beschuldigte Bosnier bestreitet alle Taten, er sitzt in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm eine ganze Reihe von Vergehen und Verbrechen vor: Nötigung, Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen, sittliche Gefährdung von Personen unter 16 Jahren, Blutschande, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und entgeltliche Vermittlung von Sexualkontakten mit Minderjährigen. Dazu kommt der unerlaubte Besitz einer Faustfeuerwaffe samt Munition.

Kommunikation über Messenger-Dienste

Was Omar Haijawi-Pircher, Leiter des Landeskriminalamtes NÖ, einmal mehr betont ist, dass die Kommunikation der Täter ausschließlich über das Internet und Messenger-Dienste erfolgt. Die österreichische Polizei darf diese Dienste nicht kontrollieren, was die Ausforschung der Täter extrem erschwert. In Deutschland beispielsweise darf die Polizei auf diese Verbindungsdaten zurückgreifen.

Meldestelle für Kinderpornografie und Kindersextourismus

Wenn Sie auf einer Web-Seite oder in einer „News-Group“ Texte oder Bilder entdecken, die Kinderpornografie enthalten, oder wenn auf einer Seite Sextourismus mit Kindern angeboten wird, melden Sie bitte den Fund an folgende Stelle:

Meldestelle Kinderpornographie und Sextourismus mit Kindern
Telefax: +43-(0)1-24836-951310
E-Mail: meldestelle@interpol.at