Kirchen-Vandale festgenommen. Ein wegen der Vandalenakte in Wiener Kirchen am Samstag verdächtigter 37-Jähriger ist am Dienstag in NÖ festgenommen worden.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 01. April 2014 (14:44)
Zerstörung von Statuen und Kircheneinrichtungen in der Lazaristenkirche in Wien-Neubau aufgenommen am Montag, 31. März 2014. Neben dem Angriff auf eine Statue des Heiligen Judas Thaddäus im Stephansdom ist es in drei weiteren Wiener Kirchen zu Sachbeschädigungen gekommen. APA-FOTO: HANS PUNZ
NOEN, APA
Das berichtete die Polizei in einer Aussendung. Der Mann sei zu einer Einvernahme nach Traiskirchen (Bezirk Baden) in Niederösterreich bestellt worden, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger.



Im Laufe des Nachmittags solle der Beschuldigte zu den Taten befragt werden. Zu der Einvernahme des Mannes aus Ghana müsse ein Dolmetscher hinzugezogen werden, erläuterte Hahslinger. Es habe einen Festnahmeauftrag der Staatsanwaltschaft Wien gegeben. Das Landeskriminalamt Wien Außenstelle Ost führt die Ermittlungen.

Täter flog aus Erstaufnahmestelle


Der Mann kam im November 2013 nach Österreich und stellte einen Asylantrag. Er wurde in der Erstaufnahmestelle-Ost aufgenommen. Doch schon bald, es war am 1. Jänner, fiel er das erste Mal der Polizei auf.
Es kam an diesem Tag zu einem Streit wegen des Essens mit einem Sozialarbeiter. Der Ghanese schlug den Angestellten nieder und bedrohte ihn noch zusätzlich mit einem Stein. Die Polizei schritt ein und der aggressive Asylwerber wurde aus der Erstaufnahmestelle entlassen.

Sein Asylverfahren lief aber weiter. Er ist aber wieder in Betreuung. Der Mann dürfte große psychische Probleme haben. Er spricht auch von Stimmen, die er gehört habe und die ihm befahlen, kirchliche Einrichtungen zu zerstören. Anzeige erfolgte auf freiem Fuß.

Auf frischer Tat ertappt


Der Mann war ertappt worden, als er am Samstag um 17.15 Uhr eine Statue von einem Marmorsockel im Wiener Stephansdom gestoßen hatte. Auch in der Lazaristenkirche in Wien-Neubau, in der Pfarrkirche Breitenfeld in Wien-Josefstadt und in der Pfarrkirche Neuottakring war es zuvor zu Beschädigungen gekommen.

Beschädigungen nun auch in Mariahilf


Nach Vandalenakten in vier Wiener Kirchen vom Wochenende sind am Dienstag in der Früh auch in der Barnabitenkirche im Bezirk Mariahilf zwei Statuen beschädigt worden. Polizeisprecher Roman Hahslinger bestätigte dies am Nachmittag. Zum möglichen Täter gab es widersprüchliche Angaben.

Zeugenberichte würden auf eine Frau bzw. ein Pärchen hindeuten, sagte Hahslinger. Von einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatortes seien dagegen Aufnahmen von einer Person gemacht worden, die dem Tatverdächtigen aus den Fällen vom Wochenende ähnlich sieht. Der Ghanaer sollte am Dienstagnachmittag zu den Vorwürfen einvernommen werden. Er war zuvor im niederösterreichischen Traiskirchen festgenommen worden.

Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, berichtete, dass der Schaden in der Mariahilfer Pfarrkirche zeitig in der Früh entdeckt worden sei. In dem Gotteshaus selbst habe die Tat niemand mitbekommen.