Tierheim-Hund "Quattro" als Verstärkung für NÖ Polizei. Ausgesetzt und jetzt in Exekutivausbildung: Eine ungewöhnliche Karriere macht Tierheimhund „Quattro“. Ohne Vierbeiner wären viele Ermittlungserfolge nicht möglich.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 18. November 2020 (02:50)

An einem Baum angebunden. Mitten in Wien-Ottakring: So entdeckten Passanten einen Hundewelpen Mitte September.

Der reinrassige belgische Schäferrüde kam vorerst ins Tierquartier Wien, wo eine Mitarbeiterin dort das Potenzial des Vierbeiners entdeckte und dem Bundesausbildungszentrum für Polizeidiensthundeführer in Wien-Strebersdorf Bescheid gab. Dort zeigte man Interesse an „Quattro“.

Das Tier wies beste Eigenschaften für einen Polizeidiensthund auf. Jetzt macht Quattro die Grundausbildung zum polizeilichen Schutz-, Stöber- und Fährtenhund am Flughafen Wien-Schwechat.

Zeichnet er sich durch besondere Fähigkeiten aus, kann er noch zu einer Spezialausbildung wie z. B. Drogenspür-, Brandmittelspür- oder Leichenspürhund herangezogen werden. „Das ist der erste Tierheimhund, der uns unterstützt, sonst haben wir nur Zuchthunde“, sagt Hannes Erber. Er bildet seit vielen Jahren Polizeidiensthunde aus.

Ausbildung von spezialisierten Fährtenspürhunden wird immer wichtiger

Hunde sind aus dem Exekutivdienst nicht wegzudenken. „Viele Fahndungs- und Ermittlungserfolge wären ohne sie nicht möglich“, ist Erber überzeugt. Ob Fahndung oder Sprengstoffschnüffeln: Ein Einsatz kann für den Hund riskant und für den Diensthundeführer psychisch belastend werden.

Vor allem bei Fahndungen nach Straftätern kommen die Vierbeiner wegen ihres guten Riechers zum Einsatz. Die Ausbildung von spezialisierten Fährtenspürhunden wird daher immer wichtiger.

Erber hat einen Banknoten- und Dokumentenspürhund als Partner zur Seite, rund um die Uhr, auch daheim. Das setzt nicht nur ein perfekt ausgebildetes Tier, sondern Entgegenkommen der Familie voraus.

Ob Freizeitgestaltung oder Urlaub, nichts geht ohne tierischen Kollegen. „Einen Polizeidiensthund Verwandten oder Freunden überlassen, geht nicht“, sagt Erber. Wenn der Vierbeiner den Ruhestand (mit maximal elf Jahren) antritt, bleibt er fast immer beim Hundeführer. Denn diese Kollegenschaft kennt keinen Dienstschluss.