Neuer Landespolizeidirektor ins Amt eingeführt. Konrad Kogler ist am Donnerstagvormittag bei einem Festakt im Landhaus in St. Pölten als neuer Landespolizeidirektor für Niederösterreich ins Amt eingeführt worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 31. August 2017 (11:13)
NLK Pfeiffer
Konrad Kogler ist am Donnerstag im Landhaus in St. Pölten als neuer Landespolizeidirektor für Niederösterreich ins Amt eingeführt worden. Im Bild: (v.l.) Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), Konrad Kogler und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

In seiner Antrittsrede nannte Kogler Cyberkriminalität, Migration sowie Extremismus und Terrorismus als zentrale Themen in der Polizeiarbeit. Er wolle das "hohe Sicherheitsniveau in Niederösterreich beibehalten".

"Tag der Freude für mich"

"Es ist wirklich ein Tag der Freude für mich, hier und heute zu stehen", sagte Kogler, es sei aber auch ein kleiner Moment der Wehmut und der Überraschung. "Heute bin ich irgendwie Landespolizeidirektor und noch mein eigener Chef als Generaldirektor", sagte der scheidende Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, nachdem ihm Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) beim Festakt im Landtagssitzungssaal die Ernennungsurkunde überreicht hatte. Offiziell tritt Kogler sein neues Amt in Niederösterreich morgen, am 1. September, an.

Der 52-jährige Steirer bedankte sich bei seinem Vorgänger Franz Prucher samt Team, denen es gelungen sei, die Anzahl der Delikte in Niederösterreich von über 86.000 innerhalb von zehn Jahren auf 76.000 zu senken. Heuer werde man voraussichtlich an der 70.000er-Marke kratzen. "Hier wurde exzellente Arbeit geleistet", so Kogler. Als wichtige Aufgabe nannte er die Bekämpfung von Cyberkriminalität. Neue technische Möglichkeiten würden "leider auch von Kriminellen und Extremisten genutzt". Weitere Herausforderungen gebe es in den Bereichen Migration sowie Extremismus und Terrorismus.

"Das, was du erdacht hast, darfst du jetzt in die Umsetzung bringen", spielte Sobotka auf Koglers bisherige Funktion an und erwähnte, dass auch familiäre Gründe bei der Bewerbung des 52-Jährigen um einen Wechsel nach Niederösterreich eine Rolle gespielt hätten. Als zentrale Problemstellungen nannte Sobotka die Frage der Rechtsstaatlichkeit und der Migration. Der Innenminister warb auch für das Sicherheitspolizeigesetz und eine Änderung der Strafprozessordnung. Es gelte, der Polizei Möglichkeiten an die Hand zu geben, um effizient arbeiten zu können.

"Der richtige Mann für Niederösterreich"

Kogler sei "der richtige Mann für Niederösterreich, weil er die richtige Kompetenz für diese Funktion mitbringt", sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Er sei ein Sicherheitsmanager, der national und international anerkannt sei, und zeichne sich durch seine sachliche, fachliche und soziale Kompetenz aus.

Kogler sei "couragiert, engagiert und ambitioniert". Er habe auch in schwierigsten Situationen - etwa in Annaberg (beim Blutbad durch einen Wilderer, Anm.) oder in puncto Migration - mit Umsicht und Verantwortung agiert.

Die Landeshauptfrau bezeichnete Sicherheit als ihr "Herzensanliegen". Gemeinsam mit dem Innenminister habe man das "größte Sicherheitspaket seit mehr als 15 Jahren" geschnürt und vereinbart, dass bis Ende 2020 in Niederösterreich 1.150 Polizisten neu aufgenommen werden. 700 Planstellen sollen damit neu geschaffen werden. "Das ist dein Einstiegsgeschenk", meinte Mikl-Leitner zu Kogler.

Die Landeshauptfrau bedankte sich ebenso wie Sobotka bei Koglers Vorgänger Prucher. Er habe "Großartiges geleistet", so Mikl-Leitner. Prucher (61) war seit 2003 an der Spitze der niederösterreichischen Polizei und heuer im Sommer ins Innenministerium gewechselt. Nachfolgerin von Kogler, der seit 2013 die Generaldirektion für die Öffentliche Sicherheit leitete, wird Michaela Kardeis. Die 45-Jährige wird morgen, Freitag, im Innenministerium ins Amt eingeführt.