Alle Fragen (und Antworten) rund um das Coronavirus. Was genau ist überhaupt diese Krankheit, die gerade die Medien dominiert? Wie äußert sie sich und wie wird sie behandelt? Antworten auf diese und ähnliche Fragen gibt das Gesundheitsministerium. Hier gibt es die Infos im Überblick.

Von Lisa Röhrer. Update am 24. Februar 2020 (19:19)
Rasante Verbreitung des Coronavirus erfordert globale Maßnahmen
APA (dpa)

Was ist überhaupt das Coronavirus? 

Coronaviren bilden eine große Familie von Viren, die beim Menschen leichte Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Andere Coronaviren können bei Tieren eine Vielzahl von Infektionskrankheiten verursachen. Coronaviren werden zwischen Tieren und Menschen übertragen. 2020 wurde in China ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) identifiziert, das zuvor noch nie beim Menschen nachgewiesen wurde. 

Wie gefährlich ist dieses neuartige Coronavirus?

Wie gefährlich der Erreger ist, ist noch nicht genau abzusehen. Momentan scheint die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus deutlich niedriger als bei MERS (bis zu 30 Prozent Sterblichkeit) und SARS (etwa. 10 Prozent Sterblichkeit) zu sein. Man geht derzeit beim neuartigen Coronavirus von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus. Ähnlich wie bei der saisonalen Grippe durch Influenza-Viren (Sterblichkeit unter 1 Prozent) sind vor allem alte Menschen und immungeschwächte Personen betroffen.

Wie ansteckend ist dieses neuartige Coronavirus?

Nach bisher vorliegenden Informationen besteht die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Dennoch scheint das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe. 

Wie äußert sich die Krankheit?

Infektionen von Menschen mit gewöhnlichen Coronaviren sind meist mild und asymptomatisch. Häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind unter anderem Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen oder sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen mit Symptomen einer Erkältung und Infektionen ohne Symptome. Derzeit geht man davon aus, dass der Krankheitsverlauf beim neuartigen Coronavirus weniger schwer ist als bei SARS und MERS. 

Wie wird die Krankheit behandelt?

Es gibt keinen Impfstoff. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, das heißt durch Linderung der Krankheitsbeschwerden wie etwa durch fiebersenkende Mittel. 

Wie kann man sich vor Coronaviren schützen?

Es werden dieselben Maßnahmen empfohlen wie bei der Grippe: Mehrmals täglich Hände waschen - mit Wasser und Seife. Außerdem sollte man Mund und Nase beim Niesen und Husten mit einem Papiertaschentuch (nicht mit den Händen) bedecken. Der Kontakt zu kranken Menschen ist zu vermeiden. 

Können Mundschutz-Masken schützen?

Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Aber sie können dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Spritzer“ von Niesen oder Husten zu verringern.

Geht ein Risiko von chinesischen Touristen und Reisenden aus China aus? 

Wie bei allen Infektionskrankheiten stellen Fernreisen ein gewisses Risiko für die weltweite Verbreitung von Krankheitserregern dar. Derzeit werden allerdings seitens der WHO keine Reise- oder Handelseinschränkungen empfohlen.

Welche Maßnahmen werden am Flughafen Wien-Schwechat getroffen?

Passagiere, die derzeit direkt aus Peking in Wien landen, werden vor ihrem Abflug in China bereits untersucht und die Behörden kontrollieren auch, ob sie in der jüngsten Vergangenheit in der Krisenregion rund um Wuhan waren. Werden bei einem Passagier an Bord eines landenden Flugzeugs verdächtige Symptome registriert, wird das Bodenpersonal informiert. Das medizinische Personal des Flughafens Wien Schwechat überprüft diese Passagiere auf einen möglichen Virusverdacht. Ab sofort werden Reisende, die direkt aus China nach Österreich mit dem Flugzeug einreisen, mit einem Temperaturscanner kontrolliert, um eine etwaige Erkrankung, die während des Flugs von Peking nach Wien aufgetreten sein könnte, zu erkennen. Das ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme, um eine mögliches Auftreten des Coronavirus in Österreich zu verhindern. Darüber hinaus gibt es für Reisende zusätzliches mehrsprachiges Informationsmaterial (Plakate, Flyer), das über den Coronavirus und Verhaltensregeln informiert. 

Was geschieht, wenn in Österreich ein Verdachts- oder Erkrankungsfall auftritt? 

Bei einem Verdachtsfall wird nach speziellen Sicherheitskriterien vorgegangen, die vom Gesundheitsministerium vorgegeben werden: So wird etwa eine erkrankte Person isoliert, Kontaktpersonen, die keine Symptome zeigen, werden informiert und zwei Wochen ärztlich betreut (regelmäßiges Temperaturmessen). Tests werden erst durchgeführt, wenn diese Kontaktpersonen Symptome einer Erkrankung zeigen. Sämtliche Maßnahmen haben das Ziel, dass möglichst wenige Menschen in Österreich von dem Krankheitserreger infiziert werden. 

Kann das Coronavirus durch Handelswaren aus China übertragen werden?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Handelswaren ein Risiko darstellen. Die bisher diagnostizierten Fälle weisen auf engen Kontakt mit erkrankten Personen als Infektionsquelle hin. Als primäre Quelle des Ausbruchs wird ein Tier oder tierisches Lebensmittel auf einem Fischmarkt in Wuhan angenommen. 

Ich reise demnächst nach China. Welche Vorkehrungen soll ich treffen?

Auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen hat die Weltgesundheitsorganisation keine Einschränkungen für Reisen oder Handel empfohlen. Sie sollten die neuesten Reisehinweise vor Ihrer Abreise noch einmal überprüfen. Reisende nach China sollten den Kontakt zu kranken Menschen sowie Tieren vermeiden. Auch Märkte mit lebenden Tieren oder tierischen Produkten sollten gemieden werden. Regelmäßiges Händewaschen wird empfohlen. 

Kann man sich auf Coronavirus testen lassen? Wo und  wie lange dauert es, bis ein Ergebnis vorliegt? 

Der Arzt entscheidet, ob bei Ihnen tatsächlich ein Verdachtsfall vorliegen könnte und veranlasst im Fall die Testung. Das Ergebnis liegt in wenigen Stunden dann vor.
Ein entsprechender Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich. 

Wer weitere Fragen hat, bekommt bei den Experten der AGES Auskunft rund um das Coronavirus:  Telefon: 0800 555 621 – Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. 

Alle Fragen auch unter: sozialministerium.at/coronavirus