Delikte im Internet steigen stark an. Anzeigen bei „Klassikern“ wie Einbruch sinken. Sorge um Entwicklung im Web.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 27. März 2018 (02:03)
LPD NÖ
Niederösterreichs Polizei-Spitze präsentierte in der Vorwoche dieKriminalstatistik für das Jahr 2017: Landespolizeidirektor Konrad Kogler (M.), flankiert von seinem Stellvertreter Franz Popp (r.) undLandeskriminalamts-Leiter Omar Haijawi-Pirchner (l.).

Die US-Stadt Atlanta war in der Vorwoche Ziel eines erpresserischen Angriffs aus dem Internet. Daten wurden verschlüsselt, Anwendungen lahmgelegt. Von der Stadtregierung fordern die Hacker Bitcoins als Lösegeld. Verbrechen dieser Art nehmen zu, Cybercrime, Hacking, Datenmissbrauch, Cybermobbing und Internetbetrug steigen von Jahr zu Jahr, auch in NÖ.

„Das Internet der Dinge wird uns noch fordern“, sagt Landespolizeipräsident Konrad Kogler bei der Präsentation der an sich erfreulichen Kriminalstatistik für 2017. Internet der Dinge bedeutet die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet: Kühlschrank, Haustüre, Gartenbewässerung, Alarmanlage ... „Je mehr Sie übers Internet steuern, desto angreifbarer sind Sie“, sagt Kogler.

Tendenz – weltweit – steigend

Weshalb die Polizei mittlerweile eigene Cyber-Einheiten ausbildet. In NÖ wurde daher die Anzahl der IT-Ermittler erhöht und das technische Equipment verbessert. Mit der FH St. Pölten gibt es eine enge Kooperation: Dort werden erstens Polizisten einschlägig ausgebildet, zweitens wird die Internetkriminalität beforscht.

Auch die diversen Spracherkennungs-Geräte wie „Alexa“ sieht Polizist Kogler skeptisch, denn damit eröffne sich für Verbrecher ein weites Feld. Und die, weiß er, sitzen meistens im Ausland und sind schwer zu fassen.

2.828 Fälle von Cybercrime wurden 2017 angezeigt, das ist ein Anstieg um 23,4 Prozent gegenüber 2016. Diese Tendenz ist – weltweit – steigend.

Generell sei NÖ ein sehr sicheres Land, die Kriminalität rückläufig, hält Konrad Kogler fest. „Aber Sicherheit wird jeden Tag aufs Neue produziert und wir müssen das Level halten.“